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Wirtschaft Letzte Runde im VW-Machtkampf
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07:45 13.07.2009
Von Lars Ruzic
Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche. Quelle: Sascha Schürmann/ddp
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Der Staatsfonds Qatar Investment Authority wäre bereit, für sieben Milliarden Euro sowohl bei Porsche als auch bei VW einzusteigen. Beschlüsse wurden zunächst nicht bekannt.

Den Eigentümerfamilien liegt zudem ein verbessertes VW-Angebot für 49 Prozent am Porsche-Sportwagengeschäft vor. Berichten zufolge bieten die Wolfsburger inzwischen mehr als vier Milliarden Euro für das Aktienpaket. Wer bei den Anteilseignern welches Modell favorisiert, blieb am Wochenende selbst für sonst gut informierte Kreise im Dunkeln. Klar ist lediglich, dass Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche und Konzernchef Wendelin Wiedeking für einen Einstieg Katars plädieren, können sie so doch die Eigenständigkeit des Unternehmens, dessen 51-prozentige Mehrheit an VW und ihre eigene Machtposition sichern. Auf der anderen Seite steht VW-Aufsichtsratschef und Porsche-Gesellschafter Ferdinand Piëch, der den Sportwagenhersteller Porsche in die VW-Welt integrieren und seinen eigenen Einfluss vergrößern will.

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Das Angebot Katars sieht offenbar vor, sich an einer Kapitalerhöhung bei Porsche zu beteiligen und auf diesem Wege mehr als 20 Prozent der Stimmrechte an dem bislang allein von den Erbenfamilien beherrschten Unternehmen zu erwerben. Gleichzeitig würde das Emirat restliche Optionen auf VW-Aktien erwerben, die Porsche einst mit den Banken festgezurrt hatte, als man noch davon ausging, VW zum reinen Befehlsempfänger und Zahlmeister seiner eigenen Übernahme machen zu können. Am Ende käme Katar in dem Fall wohl auf mehr als 20 Prozent der Anteile und wäre nach Porsche und vor Niedersachsen zweitgrößter Aktionär bei Volkswagen.

Aus Verhandlungskreisen verlautete bislang, die Scheichs seien an einem integrierten Konzern VW/Porsche interessiert. Vor allem drängten auch sie auf Einigkeit unter den Gesellschaftern. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff hatte daher zuletzt angemahnt, man müsse sich bis kommenden Donnerstag darüber klar werden, was man wolle. An dem Tag findet die 100-Jahr-Feier der VW-Tochter Audi statt, auf der alle Beteiligten anwesend sein werden.

Formal beschließt der Aufsichtsrat der Porsche-Holding erst am 23. Juli über die Angebote von Katar und VW. Die Zeit drängt, weil den Stuttgarter Konzern nach seinem auf halbem Wege gestoppten Übernahmeversuch gut neun Milliarden Euro Schulden drücken.