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Wirtschaft Lebensmittel sind der neue Luxus
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21:10 10.07.2013
Es geht aufwärts mit den Preisen: Gemüse 10 Prozent, Äpfel 20 Prozent, Butter 27 Prozent teurer Quelle: dpa (Symbolbild)
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Wiesbaden

Insgesamt stiegen die Verbraucherpreise im Juni im Vergleich zum gleichen Monat des Vorjahres um 1,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Im Mai hatte  der Anstieg bei 1,5 Prozent gelegen, im April bei 1,2 Prozent.
Auffällig war diesmal vor allem der Anstieg der Lebensmittelpreise. Sie verteuerten sich im Juni um 5,4 Prozent – dreimal so stark wie der Durchschnitt aller sonstigen Waren und Dienstleistungen.

Spürbar mehr bezahlen mussten die Verbraucher zum Beispiel für Butter, die sich um rund 27 Prozent verteuerte. Gemüse kostete rund 10 Prozent mehr. Preise für Obst stiegen um mehr als neun Prozent, allein Äpfel verteuerten sich mit mehr als 20 Prozent kräftig.
Laut Bauernverband hat der kalte und nasse Frühling eine schlechte Ernte etwa bei Spargel, Erdbeeren, Kartoffeln und Salat bewirkt und so zu höheren Preisen geführt.

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Hinzu kommt als zweiter Faktor eine weltweit steigende Nachfrage nach Nahrungsmitteln. So verlangen neuerdings auch die wohlhabenden städtischen Mittelschichten in China zunehmend nach Lebensmitteln, etwa Milchprodukten, aus Europa.

„Die Zeiten, in denen Lebensmittel die Inflationsbremse Nummer eins waren, sind vorbei“, sagte ein Verbandssprecher. In der Branche sieht man jetzt eine historische Trendwende gekommen: Bislang hatte stets der scharfe Wettbewerb der Lebensmittelketten dafür gesorgt, dass die Preise in Schach gehalten wurden. Inzwischen aber können die Erzeuger auch bei den großen Handelskonzernen deutlich höhere Preise durchsetzen.

Energie verteuerte sich im Vergleich zum Juni 2012 insgesamt um drei Prozent. Hier kostete Strom zwölf Prozent mehr, hauptsächlich wegen der erhöhten Ökostromumlage. Das Tanken hingegen war 0,8 Prozent billiger als vor einem Jahr.

Experten gehen davon aus, dass im zweiten Halbjahr 2013 die Inflationsrate noch deutlich steigen wird. Dazu werde auch der Immobilienmarkt beitragen. Laut Statistikamt stieg der Preisindex für neue Wohngebäude binnen Jahresfrist um 2,1 Prozent. Für die kommenden Monate wird damit gerechnet, dass viele Firmen ihre durch neue Tarifabschlüsse steigenden Lohnkosten an die Verbraucher weiterreichen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) spricht bei einer jährlichen Teuerungsrate von knapp unter zwei Prozent noch von „Preisstabilität“.

Klaus Lauer

Wirtschaft Lebensmittel und Energie werden teurer - Inflation in Deutschland steigt weiter
10.07.2013
Albrecht Scheuermann 10.07.2013