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Wirtschaft Die verschwundenen Fünfer
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09:54 08.04.2014
Von Alexander Dahl
Foto: Der neue Fünf-Euro-Schein hat sich mittlerweile durchgesetzt. Den alten sieht man kaum noch.
Der neue Fünf-Euro-Schein hat sich mittlerweile durchgesetzt. Den alten sieht man kaum noch. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Er ist klein und graugrün – nicht gerade die Attribute, die gewöhnlich besondere Begehrlichkeit auslösen. Doch beim alten Fünf-Euro-Schein ist das offenbar anders. Im Frühjahr 2013 musste er seinem neugestalteten Nachfolger in leuchtend grünem Design Platz machen. Laut Bundesbank werden im deutschen Zahlungsverkehr heute bereits zu 90 Prozent neue Fünfer verwendet. Nimmt man aber die Zahl der Fünfer-Scheine, die im Euro-Raum ausgegeben wurden, dann gehören noch immer 74 Prozent im Wert von rund 1,2 Milliarden Euro zur alten Serie. Doch wo sind dann all die Scheine hin, wenn sie offenbar nicht mehr im Portemonnaie stecken?

Werden sie etwa von Euro-Geld-Nostalgikern gehortet als Erinnerung an die monitäre Einigung Europas? Oder als Vorrat für schlechte Zeiten in Spardosen oder Matratzen gestopft? Auch von der Deutschen Mark, die immerhin schon vor zwölf Jahren aus dem Verkehr gezogen wurde, sind immer noch etwa 13 Milliarden Mark nicht umgetauscht worden – das sind laut Bundesbank 172 Millionen DM-Scheine und 23,8 Millionen DM-Münzen.

Für das Rätsel der verschollenen alten Fünfer haben die Nationalbänker in Frankfurt eine weniger aufregende Erklärung. Da nicht alle Euro-Länder Fünf-Euro-Scheine drucken oder diese in identischer Auflage herstellen, ist auch der Anteil der neuen Banknoten nicht überall in Europa gleich. In Deutschland liege der Anteil neuer Scheine im Umlauf zwar bei 90 Prozent, in anderen Ländern jedoch mitunter nur bei 50 oder gar unter zehn Prozent, so ein Sprecher der Bundesbank. Viele alten Fünfer zirkulieren also im Ausland. Irgendwann, so betont die Bundesbank, werde man die alten Fünf-Euro-Scheine für ungültig erklären. Allerdings werden diese dann nicht wertlos, sie können nur nicht mehr zum Bezahlen im Geschäft verwendet werden und müssen dann bei den Banken gegen einen neuen Schein umgetauscht werden. So verfährt Deutschland auch mit der Deutschen Mark. Sie kann unbefristet gegen Euro-Geld eingewechselt werden.

Dem alten Fünfer droht in Deutschland ein recht unbarmherziges Schicksal. Solange er frisch aussieht, bleibt er im Umlauf. Ist er aber knitterig, fleckig oder wurde er mit Tesafilm geflickt, dann nehmen ihn die Banken aus dem Verkehr.
Die Bundesbank schreddert solche verschlissenen Noten und verkauft den Müll an meistbietende Händler. Wegen des hohen Anteils an Baumwolle in den Scheinen sei der Müll begehrt, so der Bundesbank-Sprecher. Oft wird er dann in deutschen Heizkraftwerken verfeuert. Da bekommt das vom Bürger im Frust geprägte Sprachbild, dass da mal wieder Geld verbrannt worden ist, einen ganz neuen Klang.

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