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Wirtschaft Kurzarbeit für 12.000 Opel-Mitarbeiter
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15:04 15.01.2010
Der Autobauer Opel drosselt die Produktion. Quelle: ap (Archiv)
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Rund 12.000 Opel-Mitarbeiter sind zeitweise von Kurzarbeit betroffen. Der Hersteller werde im Januar und Februar an den Standorten Rüsselsheim, Bochum, Kaiserslautern und Eisenach die Produktion drosseln, sagte Unternehmenssprecher Ulrich Weber am Freitag der Nachrichtenagentur DAPD. Er bestätigte damit einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“. Grund seien die allgemeine Nachfrageschwäche und die Pleite des Herstellers Saab, der ursprünglich ein Modell in Rüsselsheim habe produzieren wollen.

Der Standort Bochum ist am stärksten von Kurzarbeit betroffen, wie Opel-Sprecher Andreas Kroemer berichtete. Dort würden rund 4.600 Beschäftigte zeitweise die Produktion einstellen. In Kaiserslautern, wo 3.200 Mitarbeiter beschäftigt sind, sollen demnach einzelne Abteilungen zu unterschiedlichen Zeiten in Kurzarbeit gehen. In Eisenach seien 1.500 Menschen betroffen. Der Sprecher betonte, dass die Produktion nur an einzelnen Tagen eingestellt werde, um Überkapazitäten zu verringern, manchmal handele es sich auch nur um einzelne Schichten.

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Das Management entscheide an diesen drei Standorten Monat für Monat flexibel über die Produktion, es solle nicht auf Halde produziert werden, sagte Kroemer. „Wir fahren auf Sicht.“ In diesem Jahr kämen die beiden neuen Versionen der Modelle Astra und Meriva auf den Markt, an ihnen hänge die Hoffung auf einen Nachfrageschub. „Man muss sehen, wie sich dieses Jahr entwickelt.“

Produktion in Rüsselsheim wegen Saab-Pleite gedrosselt

Am Stammsitz Rüsselsheim gibt es nach Angaben Webers für 3.000 der 14.000 Beschäftigten an drei Tagen im Januar und vier Tagen im Februar Kurzarbeit. Grund sei dort die Pleite des Herstellers Saab, ebenfalls eine Tochter von General Motors (GM). Ursprünglich hätte Anfang des Jahres ein Saab-Modell in Rüsselsheim gebaut werden sollen. „Wir haben dieses Volumen einfach nicht“, sagte Weber. Von März an werde in Rüsselsheim aber der Buick Regal für GM gebaut, dann könne das Werk wieder ausgelastet werden.

Auch im Jahr 2009 habe es schon an einigen Standorten Kurzarbeit gegeben, sagte Weber weiter. „Das ist keine große Veränderung zu dem, was wir hatten.“ Er wies darauf hin, dass Kurzarbeit nicht nur Opel betrifft, sondern viele Hersteller in der Autobranche, die besonders unter der Krise leidet.

ap