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Wirtschaft Kraft verkauft Nudelmarke Mirácoli
Mehr Welt Wirtschaft Kraft verkauft Nudelmarke Mirácoli
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22:42 01.08.2012
Von Lars Ruzic
Foto: Nudeln adé: Kraft Food verkauft Mirácoli an die Konkurrenz.
Nudeln adé: Kraft Food verkauft Mirácoli an die Konkurrenz. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Hannover

Niedersachsen verliert eine Traditionsmarke der Lebensmittelwirtschaft. Der US-Konzern Kraft gibt das unter „Miracoli“ gebündelte Nudelgeschäft an den Konkurrenten Mars ab. Das bestätigte ein Sprecherin am Abend. Das wichtigste deutsche Kraft-Werk in Bad Fallingbostel wird die Produktion in den kommenden Wochen einstellen. Die Mitarbeiter erfuhren gestern auf einer Belegschaftsversammlung von dem Verkauf. Dem Vernehmen nach sind rund 50 der 600 Beschäftigten davon betroffen. Kraft und die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) wollen nun in Sondierungsgespräche eintreten, um möglichst viele Jobs am Standort zu erhalten.

„Miracoli“ ist eng mit dem Werk Bad Fallingbostel verbunden. Die Kombination von Spaghetti und Sauce brachte Kraft vor 51 Jahren in Deutschland auf den Markt – es war eines der ersten Fertigprodukte hierzulande. Für die Belegschaft habe der Verlust deshalb auch „einen emotionalen Aspekt“, sagte der zuständige NGG-Geschäftsführer Dieter Nickel von Bezirk Bremen-Weser-Elbe. Bei den Verhandlungen mit der Geschäftsleitung werde es nun darum gehen, als Kompensation andere Produkte nach Bad Fallingbostel zu holen – etwa solche, die bislang von einem Zulieferer produziert wurden.

Das Werk in der Südheide ist heute vor allem auf den Frischkäse „Philadelphia“ und die „Tassimo“-Tabs für Einportionen-Kaffeemaschinen spezialisiert. Kraft ist seit Längerem dabei, unter seinen unzähligen Marken diejenigen abzustoßen, deren Rendite- und Zukunftsperspektiven wenig erfolgversprechend sind. Der Kaufvertrag mit Mars sei inzwischen unterzeichnet, die Übergabe werde im Herbst erfolgen, sagte eine Kraft-Sprecherin. Dem Vernehmen nach wird Mars „Miracoli“ künftig in den Niederlanden produzieren. Das „klare Ziel“ für Bad Fallingbostel sei, den Verlust von Arbeitsplätzen „soweit wie möglich“ zu vermeiden, erklärte die Sprecherin.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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