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Wirtschaft Neue CO2-Grenzwerte: Die Entscheidung der EU ist richtig
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13:23 18.12.2018
Auspuff eines Volkswagen-Mitarbeiters vor dem VW-Verwaltungshochhaus in Hannover: Die Branche hat immer gejammert. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
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Frankfurt

Das kam überraschend. Vertreter der EU-Kommission, des Europa-Parlaments und des europäischen Rates haben sich auf einen einigermaßen ehrgeizigen Grenzwert bei Kohlendioxid-Emissionen für 2030 geeinigt. Autos sollen dann 37,5 Prozent weniger CO2 in die Luft blasen dürfen als 2021. Oder einfacher formuliert: Die Neuwagenflotten dürfen nur noch etwa 2,5 Liter Benzin auf 100 Kilometer verbrauchen. Utopisch? Mit der heutigen Technik geht das ganz bestimmt nicht. Die Konzerne müssen den Ausstoß des Klimakillergases mehr als halbieren. Das geht nur mit Elektromobilität. Deshalb ist die Entscheidung der EU-Gremien richtig.

Die neue Regelung trifft vor allem die vier deutschen Premiummarken Mercedes, Audi, BMW und Porsche. Das Quartett verdient viel Geld damit, leistungsstarke und schwere Fahrzeuge zu verkaufen, die mehr Profit abwerfen, als Klein- und Kompaktfahrzeuge. Deshalb ist der Beschluss der EU-Gremien ein Weckruf für die gesamte deutsche Autobranche jetzt aber schleunigst in Richtung Stromer umzusteuern. Ansonsten sind deren Geschäftsmodelle massiv gefährdet und damit auch die Dividenden der Aktionäre und - noch viel wichtiger – die Arbeitsplätze von Tausenden von Beschäftigten zwischen Bremen und München.

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„Jetzt ist Konsequenz gefragt“

Die Autolobby VDA jammert, es werde zu viel gefordert. Doch die Branche hat immer gejammert, wenn es härtere Vorgaben von der Politik gab. Angefangen beim Dieselrußfilter vor zwei Jahrzehnten. Das Anstimmen der Klagelieder ist aus Sicht der Unternehmen verständlich. Schließlich werden sie dazu gezwungen, nicht nur Geld für die Entwicklung neuer Technologien auszugeben. Sie müssen Fertigungsprozesse neu organisieren, Fabriken umbauen und sich neue Zulieferer suchen. All das birgt Risiken und fordert einiges von den Managern. Aber genau darum muss es gehen. Die Manager müssen heftig gefordert werden. Nehmen wir die Klimaschutz und den Gesundheitsschutz der Stadtbewohner einigermaßen ernst, dann muss sich gewaltig etwas tun.

Die Stickstoffdioxidwerte der Dieselmotoren müssen massiv reduziert werden. Und der Verkehrssektor muss endlich damit beginnen, einen Beitrag für die Begrenzung der Erderwärmung zu leisten. Derzeit geht es noch in die andere Richtung. Der CO2-Ausstoß der neuzugelassenen Pkw ist in diesem Jahr noch einmal deutlich gestiegen. Er liegt mittlerweile bei mehr als 130 Gramm pro Kilometer. 2021 dürfen es im Schnitt noch 95 Gramm sein.

Doch die Roadmap für die richtige Richtung ist klar erkennbar. Jetzt ist Konsequenz gefragt. Nicht nur bei den Autobauern, die vor allem flugs die Leistung der Batterien steigern müssen. Auch die Politiker in Bund, Ländern und Kommunen brauchen ein paar Stromstöße, um zügig eine intelligente Ladeinfrastruktur aufzubauen. Denn ohne die E-Tankstellen keine E-Mobilität. Da hat der VDA völlig Recht.

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Von Frank-Thomas Wenzel/RND

Der Artikel "Neue CO2-Grenzwerte: Die Entscheidung der EU ist richtig" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.