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Wirtschaft „Kleines Wunder“ am Arbeitsmarkt im Jahr 2010
Mehr Welt Wirtschaft „Kleines Wunder“ am Arbeitsmarkt im Jahr 2010
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12:34 24.12.2009
Quelle: ddp (Symbolbild)
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Sie werde im Jahresdurchschnitt voraussichtlich bei 4,1 bis 4,2 Millionen liegen, sagte Weise. Noch zuversichtlicher äußerten sich das Handwerk und der Wirtschaftsforscher Hans-Werner Sinn.

Weise sagte in einem ddp-Interview in Nürnberg mit Blick auf pessimistischere Prognosen vieler Experten vor einem halben Jahr: „Die Katastrophe bleibt also aus.“ Allerdings bleibe die Lage „angespannt“. Denn eine Trendwende sei im Jahr 2010 trotz der ersten positiven Einschätzungen zur Wirtschaftsentwicklung „nicht abzusehen“.

Weise betonte: „Manche Unternehmen werden nach vielen Monaten der Kurzarbeit entlassen müssen, insbesondere in den Hochrisikobranchen, die sehr stark auf den Export angewiesen sind.“ Die Bundesagentur erwarte für 2010 „nur noch etwa 600.000 Kurzarbeiter im Schnitt, also halb so viel wie 2009“.

Nach Ansicht von Weise ist bei der Arbeitsmarktentwicklung mit großen Unterschieden zwischen Ost und West zu rechnen. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit werde vermutlich stärker die alten Bundesländer treffen. Dort seien jene Branchen vertreten, die von der Krise am härtesten getroffen wurden wie der Automobilsektor und der Maschinenbau. Allerdings sei die Lage am Arbeitsmarkt in Ostdeutschland schon vor der Krise angespannt gewesen - und könne „sich jetzt eben auch nicht wirklich verbessern“.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) ist in seiner Prognose für den Arbeitsmarkt 2010 noch etwas zuversichtlicher als Weise. Der neue ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke ging in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ davon aus, dass die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt vier Millionen nicht erreichen wird. Das Handwerk stehe Ende 2009 wesentlich besser da als andere Wirtschaftsbereiche. Die meisten Handwerksbranchen hätten ihr Niveau halten können. „Dabei wird es meines Erachtens auch 2010 bleiben“, betonte Schwannecke. Allerdings hätten die Betriebe in diesem Jahr bis zu 60.000 Beschäftigte verloren, räumte Schwannecke ein.

Der Chef des Münchner Ifo-Instituts, Sinn, geht davon aus, dass die Arbeitslosenzahl im Frühjahr 2010 statt der befürchteten 4,5 bis 5 Millionen nur 3,6 Millionen betragen wird. „Auf dem deutschen Arbeitsmarkt passiert ein kleines Wunder“, sagte Sinn der „Bild“-Zeitung. „Während in den meisten anderen Ländern Katastrophenstimmung herrscht, trotzt unser Arbeitsmarkt der Krise“, sagte Sinn, der die Ausweitung der Kurzarbeit als maßgeblich für die positive Entwicklung ansieht.
DGB-Chef Michael Sommer verlangte von der Politik allerdings weitere Maßnahmen, weil seiner Meinung nach die Krise 2010 auf den Arbeitsmarkt durchschlagen werde. „Wir müssen Brücken über einen Krisenstrom bauen, dessen Breite wir nicht kennen“, sagte Sommer der „Mittelbayerischen Zeitung“. Dringend erforderlich sei, die Konjunkturprogramme durch weitere Zukunftsinvestitionen zu verstetigen.

ddp

Helmuth Klausing 23.12.2009