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Wirtschaft Keine Annäherung bei Tarifrunde der Druckindustrie
Mehr Welt Wirtschaft Keine Annäherung bei Tarifrunde der Druckindustrie
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14:35 01.06.2011
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Auch die vierte Runde der Tarifverhandlungen für die bundesweit rund 160.000 Beschäftigten der Druckindustrie ist nach Gewerkschaftsangaben ergebnislos vertagt worden. Angesichts der harten Haltung der Arbeitgeberseite wolle man die Beschäftigten zu weiteren Streiks und Protesten aufrufen, kündigte der Verhandlungsführer der Arbeitnehmer, Verdi-Funktionär Frank Werneke, am Dienstagabend in München an. Werneke warf den Arbeitgebern vor, mit „drastischen Verschlechterungen der Tarifbedingungen“ den Arbeitsplatzabbau in der Branche weiter beschleunigen zu wollen.

Die Sprecherin des Bundesverbands Druck und Medien (BVDM), Gabi Schermuly-Wunderlich, hatte zuvor erklärt, immerhin gebe es an der einen oder anderen Stelle eine Annäherung. Die Arbeitgeber appellierten an die Gewerkschaft, nicht zu streiken. BVDM-Verhandlungsführer Wolfgang Pütz sagte: „Das Verhalten der Gewerkschaft treibt die Unternehmen sonst auf Dauer reihenweise aus dem Flächentarif.“

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Die Vorstellungen von Arbeitgebern und Gewerkschaft gehen weit auseinander. So verlangen die Arbeitnehmervertreter unter anderem 5,5 Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber im BVDM lehnen diese Forderung angesichts seit Jahren sinkender Auflagen der Tageszeitungen sowie dramatischer Einbrüche bei den Werbeeinnahmen als inakzeptabel ab. Sie wollen den ihrer Einschätzung nach zu starren Manteltarif reformieren und pochen auch auf eine Abkehr von der 35-Stunden-Woche. Stattdessen verlangen sie eine flexible Öffnung bis hin zu 40 Stunden.

Die Verhandlungen sollen am 16. Juni in Frankfurt am Main fortgesetzt werden. Laut Gewerkschaft haben sich seit Anfang Mai mehr als 10.000 Beschäftigte aus mehr als 90 Betrieben an den Warnstreiks in der Druckindustrie beteiligt.

Der BVDM kritisiert, dass andauernde Streiks Auftragsverluste und damit längerfristig Jobabbau bedeuteten. Innerhalb von zehn Jahren habe die Branche laut Verbandsangaben fast 4000 Betriebe und damit fast ein Drittel aller Beschäftigten verloren.

dpa