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Wirtschaft Kaufhof drängt bei geplanter Übernahme von Karstadt zur Eile
Mehr Welt Wirtschaft Kaufhof drängt bei geplanter Übernahme von Karstadt zur Eile
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13:56 14.06.2009
Quelle: Torsten Silz/ddp

Die Kaufhof-Mutter Metro dementierte derweil aufs Schärfste, sie wolle für die Übernahme Staatshilfe in Millionenhöhe beantragen.

Kaufhof sei das einzige Unternehmen, das ein Gesamtkonzept für die Übernahme von etwa 60 der 90 Karstadt-Filialen und damit „zur Rettung von 20.000 Karstadt-Mitarbeitern“ vorgelegt habe, warb Unternehmenschef Mandac. Sein Unternehmen habe ein „profitables Warenhaus-System, in das ohne Verzug die 60 Karstadt-Häuser integriert werden könnten“. Die Konzernmutter Metro übernehme dabei „Gesamtverantwortung nicht nur für die Masse der Mitarbeiter, sondern auch gegen Verödung deutscher Innenstädte“, sagte Mandac der „BamS“.

Auch Metro-Chef Eckhard Cordes wirbt weiter für die Kaufhaus-Ehe. Er werde sich mit Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) treffen, bestätigte ein Konzernsprecher einen Bericht des „Focus“. Das Treffen soll laut dem Magazin am Mittwoch in Berlin stattfinden. Cordes hatte vor der Arcandor-Insolvenz bereits bei mehreren Regierungsmitgliedern für die Warenhaus-Fusion plädiert. Tiefensee traf vor einigen Tagen die Bürgermeister mit Karstadt-Standort. Sie äußerten sich besorgt über eine mögliche Verödung der Innenstädte.

Kaufhof und Karstadt hatten zuletzt einen Tag vor der Insolvenz der Karstadt-Mutter Arcandor über die Übernahme verhandelt. Metro-Chef Eckhard Cordes warb noch am Tag der Insolvenz für eine Fortsetzung der Gespräche. Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick erklärte sich zwei Tage später dazu bereit. Ein neuer Termin wurde noch nicht genannt.

Einen Bericht der „Börsen-Zeitung“, wonach Metro für die Übernahme der Karstadt-Filialen einen Kredit der staatlichen KfW-Bank in Höhe von 200 Millionen beantragen wolle, sei „absolut aus der Luft gegriffen“, sagte der Konzernsprecher. In den Planungen von Metro hätten Staatshilfen nie eine Rolle gespielt und „sie werden auch weiterhin keine Rolle spielen“.

Der Ehemann der Arcandor-Großaktionärin Madeleine Schickedanz, Leo Herl, verteidigte seine Ehefrau gegen Vorwürfe, nicht genug zur Abwendung der Insolvenz des Handelskonzern getan zu haben. Seine Frau habe einen hohen dreistelligen Millionenbetrag in die Firma gesteckt, sagte Herl der „Bild am Sonntag“. Teilweise habe sie dieses Geld bei Banken finanziert und als Sicherheit ihr privates Vermögen, Immobilien und Firmenbeteiligungen eingesetzt. Das gesamte Vermögen seiner Frau stecke in ihrem Aktienpaket. Schickedanz besitzt einen Anteil von 29 Prozent an Arcandor. Laut „BamS“ ist es 50 Millionen Euro wert.

Herl sagte, Schickedanz besitze nur „auf dem Papier“ ein Milliardenvermögen. „Doch wenn man alles unter Zeitdruck und Not verkaufen muss, schmelzen Milliardenwerte schnell zu Millionen.“ Mit dem Aktienpaket habe Schickedanz seit 2004 „keinen Euro mehr eingenommen“.

afp

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