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Wirtschaft Kartellamt warnt: So schummeln Online-Vergleichsportale
Mehr Welt Wirtschaft Kartellamt warnt: So schummeln Online-Vergleichsportale
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14:53 11.04.2019
Das Bundeskartellamt hält Online-Vergleichsportale nur für wenig aussagekräftig. Quelle: dpa
Bonn

Online-Vergleichsportale bieten aus Sicht des Bundeskartellamts nicht immer das, was sie versprechen. Bei einer Untersuchung sind die Wettbewerbskontrolleure auf eine Reihe von Mängeln gestoßen. Verbraucher könnten mit Hilfe der Portale zwar bessere und günstigere Leistungen finden.

„Wir haben aber auch verbraucherunfreundliche Tricks mancher Portale aufgezeigt“, kritisierte Kartellamtspräsident Andreas Mundt bei der Vorstellung der Ergebnisse. Zum Teil komme es zu verbraucherschädigenden Irreführungen, Transparenzverstößen oder Schleichwerbung. Das Kartellamt fordert mehr Kompetenzen, um solche Verstöße abstellen zu können.

Die Wettbewerbsbehörde hatte 36 Vergleichsportale für die Branchen Reisen, Energie, Versicherungen, Telekommunikation und Finanzen genauer unter die Lupe genommen. Bei Versicherungen und Hotels würden teilweise wichtige Anbieter nicht in den Vergleich einbezogen, stellte das Kartellamt dabei fest. Das machten aber nur einige Portale hinreichend transparent.

Bezahlte Angebote nicht gekennzeichnet

Beim Vergleich von Energie- und Telekommunikationstarifen stellten viele Portale einzelne Angebote vor das eigentliche Ranking („Position 0“). Dafür erhielten die Portale teilweise Zahlungen von den Anbietern, ohne den Verbraucher darüber zu informieren, dass es sich um Werbung beziehungsweise eine Anzeige handele. Bei anderen Angeboten sei nicht immer ersichtlich ob Portale für bestimmte Angebote Provisionen erhalten.

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Auch sei nicht immer ersichtlich, wie die Vergleichsportale miteinander verbändelt seien. Das könne dazu führen, dass gleiche Suchergebnisse bei vermeintlich eigenständigen Portalen vom Verbraucher irrig als Bestätigung der Empfehlungen interpretiert würden, heißt es seitens der Wettbewerbshüter.

Das Bundeskartellamt gibt den Portalen nun die Möglichkeit, zu den Ergebnissen der Untersuchung Stellung zu nehmen. Dabei hätten sie betont, dass die Verbraucher über die Funktionsweise des jeweiligen Portals bereits hinreichend informiert würden, teilte das Kartellamt weiter mit. Einzelne Portale hätten bereits Änderungen auf ihren Seiten vorgenommen.

Von RND/dpa/hö

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