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Wirtschaft Kampagne soll Fachkräfte locken
Mehr Welt Wirtschaft Kampagne soll Fachkräfte locken
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08:50 06.06.2012
Foto: In Begleitung einer Fachkraft: (von links) Philipp Rösler, Ursula von der Leyen und Frank-Jürgen Weise verschaffen sich einen Überblick.
In Begleitung einer Fachkraft: (von links) Philipp Rösler, Ursula von der Leyen und Frank-Jürgen Weise verschaffen sich einen Überblick. Quelle: dpa
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Berlin

Gleich das halbe Kabinett hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ins Gästehaus der Bundesregierung in Meseberg geholt, um dort mit Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften über die Fortschritte der Fachkräftesicherung zu sprechen.

Bis 2025 würden mehr als 3 Millionen Arbeitskräfte fehlen, sagte der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise. Das Risiko für die Wirtschaftsentwicklung könnte sogar höher sein als durch die Finanz- und Wirtschaftskrise. Gemeinsam mit Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) starteten von der Leyen und Weise eine Informations- und Werbekampagne für Arbeitsplätze in Deutschland.

Seit dem ersten Gipfel vor einem Jahr sei viel erreicht worden, sagte von der Leyen. So steige die Erwerbstätigkeit von Frauen und älteren Arbeitslosen. Mittlerweile sind 16,5 Prozent der Erwerbstätigen über 55 Jahre alt. Vor zehn Jahren waren es noch 12,7 Prozent. Der Anteil von Frauen an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg in den vergangenen zehn Jahren von 44,5 auf 45,9 Prozent.

Von 570.000 Arbeitsplätzen, die 2011 neu besetzt worden waren, sind von der Leyen zufolge 300.000 aus Qualifizierungsmaßnahmen und der „stillen Reserve“ bisher nicht beschäftigter Frauen besetzt worden. Daneben hat die Bundesregierung die Anerkennung ausländischer Abschlüsse erleichtert und will mit der „Blue Card“ Facharbeiter aus Ländern außerhalb der EU anwerben. „Wir werden ihnen zeigen, dass sie herzlich willkommen sind“, sagte Rösler. In der EU will er gezielt um Fachkräfte aus den Krisenländern Spanien, Italien und Portugal werben.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisierte hingegen, dass die Bundesregierung nicht genügend tue, um hierzulande Fachkräfte heranzuziehen. „Es wird immer noch viel zu wenig getan für die Weiterbildung von jungen Menschen, Frauen, Migranten und älteren Beschäftigten“, sagte DGB-Chef Michael Sommer. Es sei zudem unverständlich, dass Programme für Langzeitarbeitslose gekürzt würden.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) forderte, das Konzept zur Fachkräftesicherung müsse mit Leben gefüllt werden. Neben einer „Willkommenskultur“ für ausländische Fachkräfte brauche man Maßnahmen zur Mobilisierung von Frauen und Älteren im Inland, sagte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann.

Antje Schroeder

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