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Wirtschaft Job zu öde – Franzose verklagt Arbeitgeber
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06:59 06.05.2016
 Verdiente jährlich 80.000 Euro fürs Nichtstun: Frédéric Desnard. Quelle: Frédéric Desnard/Facebook
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Paris

Die Symptome sind kaum zu unterscheiden: Niedergeschlagenheit, Depressionen, Magenbeschwerden, Kopfschmerzen oder Tinnitus gelten als Warnzeichen für ein Burn-out-Syndrom, unter dem Menschen leiden, die total überarbeitet sind. Sie können aber auch auf das Gegenteil hindeuten: Das Bore-out-Syndrom plagt Berufstätige, die völlig unterfordert sind. So wie Frédéric Desnard. Der Franzose verlangt deshalb von seinem Arbeitgeber 360.000 Euro Schadensersatz.

Private Einkäufe für den Chef

Der 44-Jährige war vier Jahre lang als Manager eines Pariser Parfümherstellers beschäftigt – oder eben nicht, wie er behauptet. Man habe ihm seinen Verantwortungsbereich weggenommen, berichtete Desnard. Danach habe er nichts mehr zu tun gehabt: „Es war ein Abstieg in die Hölle, ich habe als Mensch nicht mehr existiert.“ Statt zu arbeiten, habe er für seinen Chef private Einkäufe erledigen müssen.

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Dem französischen Fernsehen erzählte er, an manchen Tagen habe er im Büro gesessen und weinen können, aber niemand habe davon Notiz genommen. Mit der Zeit habe er angefangen, sich dafür zu schämen, jährlich 80.000 Euro fürs Nichtstun zu verdienen, sagte er. Kündigen wollte er aus Angst vor der Arbeitslosigkeit allerdings auch nicht.

Folgenschwerer Autounfall

Desnard glaubt, dass die unerträgliche Langeweile im Büro bei ihm auch epileptische Anfälle verursacht hat – einer davon habe zu einem Autounfall geführt. Wegen seiner Verletzungen sei er sechs Monate krankgeschrieben gewesen, danach habe Interparfum ihn entlassen, weil seine lange Abwesenheit zu betriebsinternen Problemen geführt habe.

Desnard dagegen sieht sich als Mobbingopfer und entschloss sich, zu handeln. Vor einem Pariser Arbeitsgericht will er nun einen Ausgleich für seine Leiden erstreiten.

Der Anwalt seines Arbeitgebers sieht dem Verfahren gelassen entgegen. Wenn Desnard so lange unter dem Nichtstun gelitten habe, hätte er sich doch längst einmal melden können, erklärt Advokat Jean-Philippe Benissan. Das Urteil in Sachen Langeweile soll am 27. Juli fallen.

Von Pierre Lefevre

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