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Wirtschaft Japan Airlines stellt Insolvenzantrag
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11:39 19.01.2010
Die Japan Airlines soll umgerechnet 2,3 Milliarden Euro Staatshilfe bekommen.
Die Japan Airlines soll umgerechnet 2,3 Milliarden Euro Staatshilfe bekommen. Quelle: ap
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Die Fluggesellschaft Japan Airlines (JAL) soll Staatshilfe in Höhe von 300 Milliarden Yen (2,3 Milliarden Euro) erhalten, wie die japanische Regierung am Dienstag mitteilte. Demnach werden rund 15.600 Stellen bei JAL gestrichen. Der Schritt bedeute „nicht das Ende, sondern einen Neustart“ des Unternehmens, erklärte Verkehrsminister Seiji Maehara. Der Flugbetrieb werde durch das Insolvenzverfahren nicht beeinflusst, teilte die Fluggesellschaft mit. Nach Bekanntgabe der JAL-Insolvenz teilte die Börse in Tokio mit, der Handel mit den Aktien des Unternehmens werde innerhalb des nächsten Monats gestoppt.

Der Insolvenzantrag wurde bereits seit längerem erwartet, denn die größte asiatische Airline drücken Schulden von zwei Billionen Yen (gut 15 Milliarden Euro). Das Unternehmen machte in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres umgerechnet rund eine Milliarde Euro Verlust. Die JAL-Insolvenz ist eine der größten Unternehmenspleiten in der Geschichte Japans.

Ähnlich wie der US-Autokonzern General Motors (GM) in den USA soll sich Japan Airlines nun im Rahmen des Insolvenzverfahrens mit den Finanzhilfen der Regierung neu aufstellen. GM hatte mehrere Teile des Konzerns abgestoßen und zahlreiche Stellen abgebaut. Auch JAL wird nun nicht nur tausende Stellen abbauen, sondern voraussichtlich auch unprofitable Strecken einstellen. Mehrere internationale Konkurrenten hoffen auf eine Zusammenarbeit mit der japanischen Fluggesellschaft, um von deren wertvollen Start- und Landerechten in Asien profitieren zu können.

afp