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Wirtschaft Italien schickt Börsen weltweit auf Talfahrt
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15:24 26.02.2013
Der Dax verlor am Tag nach der Italien-Wahl in den ersten Handelsstunden 1,8 Prozent. Quelle: dpa
Frankfurt

Die drohende politische Blockade im Euro-Krisenland Italien hat die Aktienkurse weltweit in den Keller geschickt. Der deutsche Leitindex Dax verlor am Tag nach der Italien-Wahl in den ersten Handelsstunden 1,8 Prozent. Besonders hart traf es am Dienstag den Mailänder Leitindex FTSE MIB mit einem Minus von zeitweise mehr als vier Prozent, der EuroStoxx 50 musste ebenfalls deutlich Federn lassen. Auch an den Devisen- und Anleihemärkten sorgte das Ergebnis des Urnengangs für schlechte Stimmung. Der Euro geriet weiter unter Druck. Die Risikoaufschläge für Anleihen südeuropäischer Krisenstaaten schossen in die Höhe.

"Berlusconi hat wohl das politische Comeback des Jahrhunderts geschafft - oder kann zumindest eine Hängepartie erzwingen", sagte Händler Jordan Hiscott von Gekko Markets. Beides sei Gift für die Aktienmärkte. Italien gilt als wichtiger Dominostein in Sachen Euro-Rettung. "Die Märkte werden in den kommenden Wochen nervös bleiben. Aber wir rechnen nicht mit einer Eskalation der Staatsschuldenkrise wie 2011", erklärten Ökonomen der Commerzbank.

Auch an den Börsen in den USA und Japan sorgte das Wahlergebnis in der drittgrößten Euro-Volkswirtschaft für kräftige Kursverluste. An der Wall Street erlitt der Dow Jones Industrial den größten Tagesverlust seit Anfang November 2012. In Japan sackte der Nikkei-225-Index bis Handelsschluss um mehr als zwei Prozent ab.

Die Risikoaufschläge für Staatsanleihen aus Euro-Krisenländern zogen massiv an. Die Ausfallversicherungen gegen eine italienische Staatspleite stiegen auf den höchsten Stand seit Jahresbeginn. Ausgerechnet in diesem nervösen Umfeld wollte Italien am Vormittag mehr als acht Milliarden Euro am Geldmarkt aufnehmen.

Anleger flüchteten in die als sicher geltenden deutschen Staatsanleihen oder in Gold. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sank. Der Goldpreis stieg um etwa ein halbes Prozent auf gut 1600 Dollar. Der Euro rutschte nach den kräftigen Verlusten vom Vortag weiter ins Minus. Zuletzt stand die Gemeinschaftswährung bei 1,3080 Dollar. Am Montag hatte sie zeitweise noch fast drei Cent mehr gekostet.

Entscheidend ist, ob das hoch verschuldete und tief in der Rezession steckende Land rasch eine stabile Regierung bekommt. Trotz eines knappen Sieges der Linken im Abgeordnetenhaus droht Italien nach den zweitägigen Parlamentswahlen die Unregierbarkeit. Denn im Senat, der zweiten Kammer, hat kein Bündnis eine Mehrheit. Zwar lag das Mitte-Links-Lager von Pier Luigi Bersani nach den Auszählungen im Senat wieder knapp vor Silvio Berlusconis konservativem Bündnis. Aber auch eine Koalition Bersanis mit dem abtretenden Reformpremier Mario Monti reicht für eine Mehrheit und zum Regieren nicht aus. Neuwahlen wären ein Ausweg.

dpa

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