Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Wirtschaft Intel-Chef Paul Otellini verlässt Prozessoren-Primus
Mehr Welt Wirtschaft Intel-Chef Paul Otellini verlässt Prozessoren-Primus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:04 19.11.2012
Intel-Chef Pau Otellini nimmt im Mai seinen Hut. Ein Nachfogler steht noch nicht fest. Quelle: dpa
Santa Clara

Einer der mächtigsten Manager der Technologiebranche verabschiedet sich überraschend: Intel-Chef Paul Otellini hört im Mai auf. Ein Nachfolger stehe noch nicht fest, teilte der weltgrößte Chipkonzern am Montag mit. Intel dominiert mit seinen Prozessoren den PC-Markt, schafft es aber seit Jahren nicht, im boomenden Geschäft mit Smartphones und Tablets Fuß zu fassen.

Otellini ist in der 45-jährigen Firmengeschichte erst der fünfte Konzernchef überhaupt. Üblicherweise, darauf verwies das „Wall Street Journal“, seien seine Vorgänger bis zum Rentenalter von 65 Jahren geblieben. Otellini ist 62 Jahre alt. Er gehe auf eigenen Wunsch, erklärte Intel.

„Es ist an der Zeit, weiterzuziehen und das Ruder bei Intel an eine neue Führungsgeneration abzugeben“, sagte Otellini. Er war knapp vier Jahrzehnte im Unternehmen, davon stand er beinahe acht Jahre an der Spitze des Chipkonzerns. Unter seiner Ägide wuchs Intel kräftig, wurde zuletzt aber von der Flaute im PC-Markt erwischt. Umsatz und Gewinn fielen im vergangenen Quartal.

Nun beginnt die Suche nach einem Nachfolger. Er oder sie muss Intel im mobilen Geschäft stärker aufstellen. Denkbar sind interne wie externe Kandidaten. Zu den Anwärtern aus den eigenen Reihen zählen Software-Spartenchefin Renee James, der fürs Tagesgeschäft und die Fertigung zuständige Brian Krzanich sowie Finanzchef Stacy Smith. Sie alle wurden am Montag zu Geschäftsführenden Vizepräsidenten befördert.

Verwaltungsratschef Andy Bryant lobte Noch-Amtsinhaber Otellini als „starke Führungspersönlichkeit“. Er habe das Unternehmen durch schwierige Zeiten geführt. Damit dürfte Bryant besonders auf die Wirtschaftskrise der Jahre 2008 und 2009 anspielen, die Intel fast ohne Blessuren überstanden hatte - anders als etwa der wesentlich kleinere Rivale AMD.

Während Otellinis Amtszeit stieg der Jahresumsatz von 39 Milliarden auf 54 Milliarden Dollar. Die Aktionäre durften sich über 23,5 Milliarden Dollar an Dividenden freuen. Intel-Prozessoren - die Rechenherzen eines Computers - stecken heute in vier von fünf Personal Computern. Mit einem Börsenwert von mehr als 100 Milliarden Dollar (78 Mrd Euro) gehört das Unternehmen aus dem kalifornischen Santa Clara zu den teuersten Konzernen der Welt.

Allerdings ist der Kurs seit Jahresbeginn um 17 Prozent gefallen. Grund ist der deutlich rückläufige PC-Absatz. Zum einen halten sich Firmen angesichts der unsicheren Wirtschaftslage mit Neuanschaffungen zurück. Zum anderen greifen viele Verbraucher mittlerweile eher zu einem Tablet-Computer wie Apples iPad - oder ihr Smartphone reicht ihnen für die gelegentliche Internet-Nutzung.

Bei Smartphones und Tablet-Computern werden besonders sparsame Chips benötigt. Hier ist die Technologie des britischen Chip-Entwicklers ARM führend. Intel-Prozessoren, die leistungsstärker, aber dadurch auch stromhungriger sind, stecken bisher nur in einigen wenigen Smartphone-Modellen.

dpa

Die höhere Ökostromabgabe und steigende Netzentgelte treiben wie erwartet die Strompreise im neuen Jahr. Über 400 Anbieter kündigen zum Stichtag kräftige Zuschläge an. Auch die Stromriesen Eon und RWE ziehen - ganz oder in Teilen ihrer Tarife - mit.

19.11.2012

Kein Absturz in die Rezession – aber auch kein schneller Aufschwung: In den Chefetagen der deutschen Wirtschaft wächst die Verunsicherung, mit Folgen für Investitionen und den Arbeitsmarkt.

19.11.2012

Aus Protest gegen geplante Entlassungen haben Gewerkschaftsmitglieder in Kommunalbehörden zahlreiche Rathäuser und andere Kommunalgebäude in Griechenland besetzt. Damit wollen sie verhindern, dass der Staat rund 2000 Angestellten für ein Jahr als Reserve vorhält und sie danach entlässt.

19.11.2012