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Wirtschaft Immobilienverkauf: So erzielen Sie den besten Preis
Mehr Welt Wirtschaft Immobilienverkauf: So erzielen Sie den besten Preis
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17:00 17.04.2022
Angesichts steigender Immobilienpreise könnte sich ein Verkauf derzeit lohnen.
Angesichts steigender Immobilienpreise könnte sich ein Verkauf derzeit lohnen. Quelle: Silas Stein/dpa/dpa-tmn
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Seit Jahren müssen in Deutschland Immobilieninteressierte teilweise Spitzenpreise für Häuser und Wohnungen bezahlen. Des einen Leid ist bekanntlich des anderen Freud‘. Wer eine Immobilie hat, und darüber nachdenkt, diese zu verkaufen, will selbstverständlich den besten Preis hierfür bekommen. Doch wie bekommt man eigentlich den besten Preis und was kann jeder einzelne Immobilienverkäufer tun, um diesen zu erzielen?

Um einen Anhaltspunkt für einen Preis zu bekommen, lohnt es sich, eine Online-Immobilienbewertung vorzunehmen. Diese wird mittlerweile von allen großen Maklern auf deren Internetseiten angeboten. Ein solcher Check ist sinnvoll, denn er ist in vielen Fällen die Basis für das weitere Vorgehen.

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Wer mit dem Ergebnis zufrieden ist, kann froh sein. Wer jedoch eine gewisse Enttäuschung verspürt, sollte sich darüber Gedanken machen, ob man nicht jetzt schon einmal ein Gespräch mit einem örtlichen Makler führen sollte, um dessen Einschätzung der Immobilie einzuholen. Dieser sollte beurteilen können, ob man sich bei der Preisermittlung nur strikt an den Bodenrichtwert oder die durchschnittlichen Wohnungspreise halten sollte oder nicht. Der Immobilienmakler kann einem unter anderem auch sagen, ob bei der eigenen Immobilie Maßnahmen erforderlich sind, um am Ende einen besseren Preis zu erzielen.

Der Blick auf die Energiebilanz

Ein wichtiger Aspekt beim Verkauf ist heute mittlerweile die Energiebilanz des Objektes. Gerade bei älteren Gebäuden ist dies ein Problem. Laut Daten des Wirtschaftsministeriums sind in Deutschland mehr als 63 Prozent aller Wohngebäude vor 1979 gebaut worden. Laut dem Immobilienportal McMakler weisen 66 Prozent aller Häuser, die vor 1979 gebaut wurden, die schlechtesten Energieklassen F, G oder H auf. Zum Vergleich: Die beste Energieeffizienz haben hingegen Gebäude, die nach 2010 gebaut wurden. 71 Prozent dieser Neubauten werden mit den positiven Kennwerten A, A+ oder B bewertet.

Eine McMakler-Umfrage zeigt zudem auf, dass viele Immobilienbesitzende (44 Prozent) die sogenannte Energieeffizienzklasse ihrer Immobilie nicht kennen. 30 Prozent der Immobilieneigentümer und ‑eigentümerinnen gaben demnach an, dass sie ihre Energieklasse lediglich ungefähr einschätzen können. Dass eine gute Energieeffizienz eine wichtige Rolle beim Immobilienkauf spielt, stufen dagegen 65 Prozent mit wichtig bis sehr wichtig ein. Dagegen verneint laut der Umfrage ein Drittel der Befragten die Frage, ob sie eine Immobilie in einer guten Lage kaufen würden, die aber eine schlechte Energieeffizienzklasse aufweist.

Ein Makler dürfte dieses Thema aufgreifen, und dem Verkäufer oder der Verkäuferin darlegen können, inwieweit sich der jeweilige Verkaufspreis erhöhen kann, wenn beispielsweise die Wärmedämmung verbessert oder eine neue Heizungsanlage installiert wird. Am Ende sollte die Kosten-Nutzen-Rechnung aber aufgehen, das heißt, die Kosten sollten geringer sein als die damit erzielte Wertsteigerung.

Nach wie vor ist die Lage entscheidend

Abseits von vermeintlich größeren Maßnahmen rund um die Energieeffizienz können Verkäufer und Verkäuferinnen aber auch mit kleineren Aktionen den Kaufpreis ankurbeln. Dazu gehört beispielsweise das Bearbeiten bzw. eine Grundreinigung der Teppichböden. Auch das Abschleifen des Parketts kann oftmals neuen Glanz versprühen.

Bei allem Engagement sollten Verkäufer eines im Hinterkopf haben: Nach wie vor gilt am Immobilienmarkt das Prinzip „Lage, Lage, Lage“. Das heißt, wer sich in einem eher niedrigeren Preissegment mit seinem zu verkaufenden Objekt befindet, für den können sich Verschönerungsmaßnahmen eher lohnen als bei einem Objekt im hochpreisigen Segment.

Auf Verkaufsfristen achten

Ebenso sollten Verkäufer und Verkäuferinnen vor dem Verkauf auf gewisse Fristen achten. Stichwort Finanzamt. „Wer ein vermietetes Haus oder eine Mietwohnung weniger als zehn Jahre nach dem Ankauf wieder losschlägt, versteuert die Differenz aus Verkaufserlös und Anschaffungskosten“, sagt Rechtsanwalt Michael Hofstetter von Haus & Grund Ludwigsburg. Ein Beratungsgespräch mit dem Steuerberater kann hier schnell Aufschluss über die eigene Lage bringen.

Zu hoch sollte man ebenso den Preis nicht ansetzen. Denn das könnte sich rächen, indem es zu einer längeren Vermarktungszeit kommt. „In einem solchen Fall wird die Immobilie im Bewusstsein akut suchender Interessenten leicht als Ladenhüter abgestempelt“, weiß man bei einer der größten Maklerfirmen der Republik, von Poll, zu berichten. Eine auf diese Weise abgewertete Immobilie werde am Ende häufig zu einem geringeren Preis verkauft, als bei einem realistisch bemessenen Startpreis gezahlt worden wäre.

Von Christoph Scherbaum/RND

Der Artikel "Immobilienverkauf: So erzielen Sie den besten Preis" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.