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Wirtschaft IG Metall will Mitarbeiter-Beteiligung bei VW-Porsche
Mehr Welt Wirtschaft IG Metall will Mitarbeiter-Beteiligung bei VW-Porsche
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18:14 23.07.2009
Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende des Automobilherstellers Volkswagen, Bernd Osterloh (v.r.), der Vorsitzende der Industriegewerkschaft (IG) Metall, Berthold Huber, und der Betriebsratsvorsitzende des Automobilherstellers Porsche, Uwe Hueck, geben eine Pressekonferenz. Quelle: Mario Vedder/ddp
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Andernfalls hätte die IG Metall das Zusammengehen nicht akzeptiert. Weder die Arbeiter bei Volkswagen, noch die bei Porsche hätten die derzeitige Situation verursacht, fügte der IG-Metall-Chef hinzu.

Hubert forderte, die Beschäftigten bei VW und Porsche sollten mit einem „nennenswerten Anteil“ am Kapital des neuen Konzerns beteiligt werden. Die Beteiligung soll in einer „separaten Einheit gebündelt werden“, damit die Belegschaft auch als Aktionär ihre Interessen auf einer Hauptversammlung vertreten könne, sagte Huber. Die Beschäftigten wollten dazu beitragen, die Arbeitsplätze im neuen Konzern durch konstruktive Mitarbeit „weiter zu stärken“, betonte Huber. Nun solle man zum Kern der Arbeit von Volkswagen und Porsche zurückkehren, der Entwicklung, dem Bau und dem Vertrieb von Autos.

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Der Porsche-Betriebsratsvorsitzende Uwe Hück forderte, Porsche müsse im künftigen integrierten Konzern die gleichen Rechte haben wie beispielsweise Audi derzeit bei VW. So wolle man „auch weiterhin die unternehmerische Eigenständigkeit der Porsche AG gewährleisten“. Oberste Priorität beim Zusammengehen von VW und Porsche habe die Beschäftigungssicherung. Es dürfe „keine negativen Effekte geben, wenn die Unternehmen Synergiepotenziale nutzen“, betonte er.

Hück, der den bisherigen Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking gestützt hatte, sagte, er fühle sich trotz Wiedekings Rücktritt nicht als Verlierer. Gewinner und Verlierer gebe es „nur im Sport“. Er habe Verständnis dafür, dass Wiedeking nach 17 erfolgreichen Jahren an der Porsche-Spitze nun zurückgetreten sei. Schließlich sei er monatelang “öffentlich hingerichtet“ worden. Die Porsche-Mitarbeiter erwarteten nun, dass die Eigentümerfamilien für den neuen Konzern VW-Porsche einen finanziellen Beitrag leisten. Zudem wolle man gemeinsam das VW-Gesetz erhalten.

VW-Konzernbetriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh forderte, das VW-Gesetz müsse unverändert seine Gültigkeit behalten. „Wir haben diese Regelungen stets für alle Marken angewandt“, dies werde man nun auch für Porsche tun, sagte Osterloh. Als Arbeitnehmervertreter sei es ihm und Hück darum gegangen, die Mitarbeiter durch möglichst starke Mitbestimmungsstrukturen abzusichern. „Das VW-Gesetz und seine Regelungen sind beispielhaft und wir werden sie nicht antasten lassen“, fügte der Volkswagen-Betriebsratschef hinzu.

Osterloh und Hück traten am Donnerstag entschieden dem Eindruck entgegen, sie hätten sich in den vergangenen Wochen öffentlich attackiert. „Wir verstehen uns gut“, sagte Hück. Und Osterloh fügte hinzu: „Ich kann mich nicht daran erinnern, Uwe Hück angegriffen zu haben.“ Es sei ihm immer nur um das Wohl der Unternehmen gegangen, betonte er.

ddp