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Wirtschaft Hohe Rohstoffkosten verunsichern Stahlindustrie
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17:46 13.08.2010
Aufschwung mit Hindernissen: Rohstoffkosten werden in der Stahlindustrie immer schwerer kalkulierbar. Quelle: dpa
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Eigentlich müssten sie jubeln - die deutschen Stahlkocher. Getragen von einer boomenden Konjunktur geht es in der durch die Wirtschaftskrise arg gebeutelten Branche endlich wieder aufwärts. Aber es ist ein Aufschwung mit Hindernissen. Die Stahl- und Röhrenhersteller plagen Sorgen. Die Rohstoffkosten werden immer schwerer kalkulierbar. Erst im Frühjahr hatten die Rohstoffproduzenten ein Ende der seit Jahrzehnten gültigen langfristigen Vertragslaufzeiten durchgesetzt.

Noch ist unklar, ob zum 1. Oktober die bereits dritte Rohstoffpreisrunde für dieses Jahr bevorsteht. Zum 1. April und zum 1. Juli hatten die Rohstoffproduzenten ihre Preise bereits um bis zu 100 Prozent angehoben. Darauf hatten die Stahlproduzenten mit deutlichen Preiserhöhungen reagiert.

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Nach einem kräftigen Aufschwung im ersten Halbjahr sind die Unsicherheiten gewachsen. Angesichts der erwarteten Stahlpreiserhöhungen hatten viele Kunden ihre Läger bereits im Frühjahr aufgefüllt, so dass die Stahlnachfrage in den Sommermonaten zurückgegangen ist.

Der Präsident der Düsseldorfer Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, hatte bereits vor einigen Wochen vor einer Euphorie angesichts der wieder anziehenden Stahlkonjunktur gewarnt. „Von einer Normalisierung sind wir noch weit entfernt“, so Kerkhoff.

In den 27 EU-Staaten haben die Stahlhersteller allein im ersten Halbjahr 90 Millionen Tonnen Rohstahl erschmolzen und übertrafen damit den Vorjahreszeitraum um 45 Prozent. Auch am deutschen Stahlmarkt wird mit einem deutlichen Plus gerechnet. Für das Gesamtjahr 2010 rechnet die Branche mit einem deutlichen Anstieg der deutschen Rohstahlproduktion auf 43 Millionen Tonnen.

dpa