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Wirtschaft Hilfen für Quelle-Beschäftigte laufen nach endgültiger Pleite an
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18:18 21.10.2009
Die Bundesregierung zeigte sich verhalten optimistisch, dass  durch die Quelle-Insolvenz kein Steuergeld aus dem  millionenschweren staatlichen Massekredit vom Sommer verloren geht.
Die Bundesregierung zeigte sich verhalten optimistisch, dass durch die Quelle-Insolvenz kein Steuergeld aus dem millionenschweren staatlichen Massekredit vom Sommer verloren geht. Quelle: ddp
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Gewerkschaften und SPD kritisierten erneut die Abwicklung des Traditionsunternehmens. Es sei klar, dass „Bayern hilft“, sagte Finanzminister Fahrenschon im ZDF-„Morgenmagazin“. In den nächsten Tagen und Wochen würden sich die zuständigen Stellen auf ein Strukturprogramm einigen.

Die Bundesregierung zeigte sich verhalten optimistisch, dass durch die Quelle-Insolvenz kein Steuergeld aus dem millionenschweren staatlichen Massekredit vom Sommer verloren geht. Das Bundeswirtschaftsministerium sei „relativ zuversichtlich“, dass die im Sommer gewährte Nothilfe über 50 Millionen Euro zurückgezahlt werden könne, sagte der Sprecher des Ministeriums.

Die Forderungen gingen direkt in die Insolvenzmasse, erläuterte der Sprecher. Jetzt bleibe abzuwarten, was die Insolvenzmasse ergebe. Die Bundesländer mit wichtigen Quelle-Standorten, Bayern und Sachsen, sowie der Bund hatten den Massekredit im Frühsommer gewährt, um Quelle unter anderem den Einkauf von Winterware zu ermöglichen.

Das Ende von Quelle hätte verhindert werden können, sagte die Vize-Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Verdi, Margret Mönig-Raane, der „Passauer Neuen Presse“ vom Mittwoch. Sie kritisierte, die Banken und die Bundesregierung hätten sich nicht ausreichend um eine Rettung bemüht.

Bayerns SPD-Chef Florian Pronold sagte im ZDF, Quelle sei “überlebensfähig gewesen, das ist überhaupt keine Frage“. Er warf Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) vor, zu früh „das Sterbeglöckchen geläutet“ zu haben.

Nach Kritik an Guttenberg, der sich bislang nicht zur Pleite von Quelle äußerte, sagte sein Sprecher, dafür gebe es keinen „besonderen Grund“. Der Minister werde laufend informiert und werde sich sicherlich „zu gegebener Zeit“ noch einmal einschalten.

Ein Sprecher der Otto-Gruppe sagte, diese sei an Teilen von Quelle interessiert. Derzeit würden Teile der Auslandsgesellschaften von Quelle geprüft und ebenso, ob Spezialversender der Primondo-Gruppe bis hin zum Shopping-Fernsehkanal HSE 24 interessant sein könnten. Dazu werde es Gespräche mit der Insolvenzverwaltung geben.

Bei Otto herrsche wegen des Schicksals der Quelle-Beschäftigten große Betroffenheit, fügte der Sprecher hinzu. Daher werde erwogen, ein Zeichen zu setzen, indem ein Teil der bisherigen Quelle-Auszubildenden bei verschiedenen Otto-Tochterunternehmen im ganzen Bundesgebiet die Ausbildung beenden könne.

AFP

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