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Wirtschaft Hapag-Lloyd und Hamburg Süd nähern sich an
Mehr Welt Wirtschaft Hapag-Lloyd und Hamburg Süd nähern sich an
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08:23 19.12.2012
Ein Schiff von Hamburg Süd wird am Containerterminal Burchardkai im Hamburger Hafen beladen. Quelle: dpa
Hamburg

Aus dem Umfeld der Hapag-Lloyd-Eigner sickerte durch, die Kontakte mit Hamburg Süd befänden sich in einem frühen Stadium. „Wir marschieren da hoffnungsfroh rein“, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person. Ein Abschluss sei nicht absehbar. Die Prüfungen begännen gerade, fügte ein Unternehmensinsider hinzu. Derzeit würden Anwälte und Wirtschaftsprüfer mandatiert, die Bewertung der Unternehmen solle in Kürze beginnen.

Zurzeit liegt Hapag-Lloyd weltweit gemessen an der Transportkapazität auf Platz sechs in der Containerschifffahrt, Hamburg Süd auf Rang zwölf. Bei einem Zusammenschluss würden beide mit einer gemeinsamen Containerflotte von mehr als 250 Schiffen auf Rang vier hinter Weltmarktführer Maersk sowie MSC und CMA CGM vorrücken.

Hapag-Großaktionär Klaus-Michael Kühne hatte unlängst angekündigt, er wolle die Reederei durch Allianzen zu einer weltweit führenden Containerlinie ausbauen. Nach der Neuordnung der Gesellschafterstruktur stehe die Strategie wieder im Vordergrund. Nach Einschätzung von Branchenkennern würde Hapag-Lloyd mit seinem starken Asien-Geschäft gut zu Hamburg Süd passen, die eher nach Südamerika orientiert ist.

Der in der Schweiz lebende Kühne, der sich aus der Leitung des Logistikkonzerns Kühne + Nagel zurückgezogen hat, hatte seinen Hapag-Lloyd-Anteil im Frühjahr auf 28 Prozent erhöht. Der Reisekonzern TUI hatte damals weitere 17 Prozent an Hapag-Lloyd an das Albert-Ballin-Konsortium um Kühne und die Stadt Hamburg verkauft, die Hannoveraner blieben aber mit 22 Prozent drittgrößter Eigner. Die Hansestadt ist mit knapp 37 Prozent zum größten Eigner aufgestiegen.

„Wir begrüßen sehr, dass die Unternehmen sich entschlossen haben, diese Prüfung zu beginnen“, sagte der Hamburger Finanzsenator Peter Tschentscher (SPD). Er rechne nicht mit einer großen Gefahr, dass es zu nennenswerten Arbeitsplatzverlusten bei den Hamburger Unternehmenszentralen komme. Auch die Gewerkschaft ver.di begrüßte die Gespräche. Es gebe die Chance, dass ein Zusammenschluss die Wettbewerbsfähigkeit stärke und damit einen Beitrag zur Standortsicherung leiste.

Hapag-Lloyd stemmt sich derzeit mit höheren Frachtraten gegen die enorm gestiegenen Treibstoffkosten. Der bereinigte Betriebsgewinn hatte sich im dritten Quartal auf 87 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Unter dem Strich weitete sich der Verlust in den ersten neun Monaten jedoch auf fast 100 Millionen Euro aus, 70 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Die zum Familienunternehmen Oetker gehörende Hamburg Süd macht traditionell keine Angaben zur Geschäftsentwicklung. Zuletzt hatte es aber geheißen, auch Hamburg Süd verliere in diesem Jahr weiter Geld. Hohe Investitionen drohten das Ergebnis erneut zu belasten. Praktisch alle bekannten Containerlinien schreiben rote Zahlen.

Die TUI sieht in den Fusionsplänen eine „zusätzliche Wertchance“, wie ein Unternehmenssprecher sagte. Allerdings werde man darauf achten, dass sich die eigene Rechtsposition bei Hapag-Lloyd nicht verschlechtere. Hintergrund: Die TUI darf ihre Hapag-Anteile nach eigenem Ermessen an die Börse bringen oder an einen anderen Investor veräußern, nachdem ein Verkauf an das Hamburger Konsortium bislang nicht zustande gekommen ist. Die TUI will sich von Hapag trennen und sich voll auf das Reisegeschäft konzentrieren.

Jan C. Schwartz und Eckart Gienke

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