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Wirtschaft Hannover Finanz blickt optimistisch in die Zukunft
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17:35 05.05.2011
Von Albrecht Scheuermann
Hannover-Finanz-Chef Andreas Schober sieht gute Marktchancen. Quelle: Dillenberg
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Die Beteiligungsgesellschaft Hannover Finanz sieht wieder mehr Gelegenheiten für lukrative Neuengagements. Nach einer krisenbedingt eher schwachen Phase habe die Investitionstätigkeit seit Mitte 2010 deutlich angezogen, berichteten Hannover-Finanz-Chef Andreas Schober und Vorstandsmitglied Jürgen von Wendorff in Hannover. Im zweiten Halbjahr 2010 gab es demnach drei Neuinvestitionen im Umfang von gut 50 Millionen Euro. Im laufenden Jahr habe man schon weitere 43 Millionen Euro in zwei neue Beteiligungen gesteckt. Weitere Projekte stünden vor dem Abschluss, hieß es.

Ende März hatte die mittelständische Beteiligungsgesellschaft den Angaben zufolge insgesamt rund 400 Millionen Euro in 44 Beteiligungen investiert. Das nötige Geld für neue Geschäfte ist vorhanden: In insgesamt neun Fonds stünden etwa 210 Millionen Euro für Neuengagements bereit, berichtete Schober. Die Hannover Finanz wolle aber nicht nur weiteren Unternehmen Kapital zur Verfügung stellen. Es soll auch wieder mehr Geld durch die Veräußerung von Beteiligungen in die Kasse kommen, was dank der guten Marktlage wieder zu rentablen Konditionen möglich sei.

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Zuversicht für die weitere Geschäftsentwicklung zieht das Unternehmen auch aus den Ergebnissen einer in seinem Auftrag durchgeführten Umfrage. Diese zeige, dass für die Beteiligungsbranche wieder ein besseres Klima herrsche. „Die Abneigung gegen Finanzinvestoren lässt nach“, erklärte von Wendorff. Außerdem werde deutlich, dass viele Mittelständler wegen der guten Geschäftslage einen höheren Kapitalbedarf für Investitionen erwarten.

Vergangenes Jahr standen den drei Neuengagements sowie neun Folgeinvestitionen in schon bestehende Beteiligungen drei Komplettveräußerungen gegenüber, wodurch 56 Millionen Euro in die Kasse kamen. Sieben Teilveräußerungen erbrachten 14 Millionen Euro. Dank höherer Beteiligungserträge und niedrigeren Wertberichtigungen verdreifachte sich der Gewinn vor Steuern 2010 auf fast 31 Millionen Euro.

Zu den neuen Firmen im Hannover-Finanz-Portfolio gehören etwa die Wiener Luxusschuh-Manufaktur Ludwig Reiter oder der bayerische Onlinehändler Media Concept Bürobedarf, der vor allem Zubehör für Computerdrucker vertreibt. Insgesamt hat sich die hannoversche Gesellschaft in ihrer mehr als 30-jährigen Geschichte schon an etwa 180 Unternehmen beteiligt. Anders als viele Konkurrenten sieht sich Hannover Finanz als Langfristinvestor und gibt sich auch mit Minderheitsbeteiligungen zufrieden. Zu den bekanntesten bisherigen Engagements gehören Rossmann, Fielmann und Mobilcom.

Insgesamt verwalteten die deutschen Beteiligungsgesellschaften nach Angaben des Branchenverbandes BVK Ende 2010 ein Kapital von 36 Milliarden Euro gegenüber 33,4 Milliarden Euro im Vorjahr. Die Bruttoinvestitionen verdoppelten sich im Vergleich zu 2009 auf 4,4 Milliarden Euro, während die Abgänge durch Veräußerungen oder Totalverluste um 41 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro zunahmen.