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Wirtschaft Handelsstreit mit den USA: Erstmals positive Signale aus China
Mehr Welt Wirtschaft Handelsstreit mit den USA: Erstmals positive Signale aus China
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15:47 05.10.2021
Katherine Tai, US-Handelsbeauftragte, spricht während einer Veranstaltung (Archivbild).
Katherine Tai, US-Handelsbeauftragte, spricht während einer Veranstaltung (Archivbild). Quelle: Susan Walsh/AP/dpa
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Peking

Da der geopolitische Konflikt zwischen den USA und China das Weltgeschehen in den nächsten Jahren dominieren wird, sollte man jedes Signal ganz besonders unter die Lupe nehmen. Und zur Überraschung der meisten Beobachter fallen die jüngsten Reaktionen aus Peking durchaus positiv aus.

Als die US-Handelsbeauftragte Katherine Tai ihre neuen Pläne vorstellte, veröffentlichte die „Global Times“ einen ausführlichen Artikel, in dem sie Zuversicht für „freimütige Gespräche“ zwischen den zwei Weltmächten äußerte. Das ist insofern von Bedeutung, als die „Global Times“ ganz offiziell der Kommunistischen Partei gehört – und zwar nicht immer, aber doch regelmäßig von der Regierung in Peking als indirektes Sprachrohr verwendet wird.

Ein Experte der Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften sagte dem Blatt nun, dass den USA womöglich klar geworden sei, sie müssten die bilateralen Spannungen auf pragmatischere Weise lösen. Zudem würden die Strafzölle nicht die erwünschten Effekte erzielen.

„Interessanterweise kann die Rezeption von Katherine Tais Rede in den chinesischen Medien meiner Meinung nach als leicht positiv bezeichnet werden“, schreibt auch Zichen Wenig von der Nachrichtenagentur Xinhua auf seinem persönlichen Twitter-Account.

Beide Seiten setzen auf sachlichen Ton

Euphorie ist in dem Konflikt zwischen den zwei größten Volkswirtschaften der Welt fehl am Platz. Doch zumindest lässt sich beobachten, dass beide Seiten sich um einen sachlichen Ton bemühen und nicht weiter eskalieren möchten.

Doch mittelfristig sind die Fronten freilich festgefahren: Die chinesische Regierung behauptet, dass Washington lediglich Vorwände sucht, um den wirtschaftlichen Aufstieg Chinas zu verhindern. Die USA hingegen werfen der Volksrepublik Menschenrechtsverbrechen, unfaire Geschäftspraktiken und Diebstahl geistigen Eigentums vor.

Der Handelskrieg hatte sich zwar bereits unter Barack Obama abgezeichnet, doch begann offiziell im Juni 2018 mit Donald Trumps Strafzöllen auf Einfuhren aus China. Dessen Nachfolger Joe Biden ist nun im Tonfall deutlich diplomatischer, doch in der Sache ähnlich rigide gegenüber der Volksrepublik.

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Der nächste große Streitfall steht bereits für Ende des Jahres an: Anfang 2020 versprach China, dass es bis Ende 2021 US-Waren in Höhe von 200 Milliarden Dollar kaufen würde, darunter Öl und Agrarprodukte. Der Deal galt gemeinhin als Waffenstillstand im Handelskonflikt. Doch laut Medienberichten hinkt Peking bei den angekündigten Einfuhren deutlich hinterher.

Von Fabian Kretschmer/RND

Der Artikel "Handelsstreit mit den USA: Erstmals positive Signale aus China" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.