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Wirtschaft HSH Nordbank schreibt weiter rote Zahlen
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15:44 21.08.2009
Die HSH Nordbank machte ein deutliches Minus von 530 Millionen Euro im ersten Halbjahr. Quelle: Roland Magunia/ddp (Archiv)
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Nach Angaben der Bank erhöhten sich die Gesamterträge im ersten Halbjahr zwar auf 1,3 Milliarden Euro (Vorjahr 712 Millionen Euro). Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft wuchs jedoch von 130 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2008 auf nun 1,2 Milliarden Euro an. Allein im zweiten Quartal wurde die Risikovorsorge um 771 Millionen Euro erhöht. Der Zinsüberschuss nach Risikovorsorge im Kreditgeschäft sank entsprechend auf minus 295 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte es noch ein Plus von 689 Millionen Euro gegeben. Das Zins- und Provisionsergebnis stieg von 919 Millionen Euro auf gut eine Milliarde Euro.

Im Zuge der Umstrukturierungen arbeitet das Institut derzeit an einer Ausgliederung eines Teilbereichs in eine sogenannte Bad Bank. Es würden Optionen für die geplante rechtliche Trennung der Abbaubank von der Kernbank analysiert. „Unser Konzept für die Kernbank ist zukunftsfähig und nachhaltig“, sagte HSH-Nordbank-Vorstandsvorsitzender Dirk Jens Nonnenmacher. Die Kernkapitalquote beträgt den Angaben zufolge 9,8 Prozent. Damit befinde sie sich „wieder auf einem international konkurrenzfähigen Niveau“.

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„Es zeigt sich, dass die Maßnahmen zur Stabilisierung und strategischen Neuausrichtung der Bank greifen“, sagte Nonnenmacher. Im Ergebnis enthalten seien Aufwendungen für Bürgschaften des Finanzmarktstabilisierungsfonds (SoFFin) und die Breitstellung des Garantierahmens der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein in Höhe von insgesamt 150 Millionen Euro. Davon gingen 100 Millionen Euro an die gemeinsame Anstalt der beiden Hauptanteilseigner, wie Sprecherin Ulrike Abratis sagte. Das Halbjahresergebnis sei besser als es die Instituts-Planung von Anfang des Jahres erwartet habe. Laut Planung soll das Kreditinstitut nach erfolgter Umstrukturierung 2011 wieder die Gewinnzone erreichen.

Die Situation im Bankensektor hat sich nach Einschätzung der HSH Nordbank im ersten Halbjahr durch eine Beruhigung an den internationalen Kapitalmärkten gebessert. Trotz dieser Erholungstendenzen werde die Branche „noch weit in das Jahr 2010 hinein durch problematische Wertpapiere und erhöhte Ausfälle bei Unternehmens- und Konsumentenkrediten belastet“.

Nach Ansicht von Schleswig-Holsteins FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki ist die HSH Nordbank mit ihrem Ergebnis „konkurrenzlos“. Alle anderen Landesbanken hätten „Stand heute positive Ergebnisse für das Halbjahr vorgelegt beziehungsweise positive Ausblicke gegeben“. Die finanzpolitische Sprecherin der Grünen, Monika Heinold, betonte, die Aussagen Nonnenmachers seien hoffentlich „nicht nur eine Beruhigungspille“.

Die HSH Nordbank hatte im vergangenen Jahr 2,7 Milliarden Euro Verlust gemacht. Im Frühjahr bewahrten die Hauptanteilseigner Hamburg und Schleswig-Holstein die Bank mit drei Milliarden Euro frischem Kapital und Garantien in Milliardenhöhe vor der Schließung.

ddp