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Wirtschaft Guthaben von Teldafax-Kunden in Gefahr
Mehr Welt Wirtschaft Guthaben von Teldafax-Kunden in Gefahr
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07:38 16.06.2011
Von Jens Heitmann
Das Unternehmen mag in Schwierigkeiten stecken - am Teldafax-Sitz in Troisdorf hängt noch ein Werbeplakat mit Rudi Völler. Quelle: dpa (Archivbild)
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Auch für viele Kunden ist diese Botschaft von Bedeutung – etwa jeder Fünfte von ihnen habe für die Lieferung von Strom und Gas im Voraus bezahlt, hieß es gestern. Bei einer Abwicklung von Teldafax sei die Gefahr groß, dass sie zumindest einen Teil ihres Geldes nicht wiedersehen, sagte ein Sprecher des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (vzbv).

Teldafax hatte sich in den vergangenen Jahren mit besonders günstigen Konditionen einen Namen gemacht. Das Unternehmen, das keine eigenen Kraftwerke betreibt, unterbot die Preise der Konkurrenz zum Teil deutlich – besonders günstig waren die Vorkassetarife, bei denen die Kunden ihre Rechnung bis zu zwölf Monate im Voraus beglichen. Verbraucherschützer haben früh vor diesem Tarifmodell gewarnt, weil sie an der Seriosität des Geschäftsmodells zweifelten. Nach Angaben aus der Branche verkaufte Teldafax Strom und Gas zum Teil unter dem Einstandspreis.

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Dass dies über lange Zeit möglich war, deutet nach Ansicht von Verbraucherschützern auf Mängel bei der Aufsicht hin. vzbv-Vorstand Gerd Billen forderte den Gesetzgeber auf, die Kontrollrechte der Bundesnetzagentur zu stärken: „Es kann nicht sein, dass Anbieter mit Dumpingpreisen werben, Vorkasse verlangen und die Verbraucher anschließend im Regen stehen.“ Bei Teldafax habe man die Insolvenz absehen können, das Unternehmen sei bei diversen Netzbetreibern mit den Zahlungen im Verzug gewesen. Im März sperrten bereits die Stadtwerke Garbsen Teldafax die Leitungen, inzwischen sind zwei Dutzend niedersächsische Versorger diesem Beispiel gefolgt. Bundesweit gingen dem Unternehmen so 150 000 von ehemals knapp 800.000 Kunden verloren.

Für die große Mehrzahl der abgeklemmten Kunden ist das kein großes Problem. Wer von Teldafax jetzt weder Strom noch Gas bekommt, fällt in die sogenannte Ersatzversorgung seines lokalen Netzbetreibers, in der Regel ist das ein Stadtwerk oder ein Regionalversorger wie e.on Avacon. Dessen Tarif wird in der Regel zwar teurer sein, die Verbraucher können sich aber sofort einen neuen günstigen Anbieter suchen.

Deutlich schlechter gestellt sind jene Kunden, die sich bei Teldafax für einen Vorkassetarif entschieden haben: Sie müssen für die Ersatzversorgung zahlen und zugleich fürchten, zumindest einen Teil ihres vorausbezahlten Guthabens bei Teldafax zu verlieren. „Betroffene Kunden sollten ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter geltend machen“, sagte ein vzbv-Sprecher. Von dem Betrag, den sie bereits gezahlt haben, müssen sie dabei das Geld für die bereits erhaltene Menge Strom oder Gas abziehen. Verbraucherschützer raten, das formlose Schreiben mit einer Kopie des Vertrags an den Insolvenzverwalter Bähr in Düsseldorf zu schicken. Man könne den Brief auch an Teldafax direkt senden: „Es dürfte dann beim Insolvenzverwalter ankommen.“

Ob Schadensansprüche Einzelner im Rahmen des Insolvenzverfahrens erfüllt werden können, sei noch nicht absehbar, sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters. „Wir müssen uns erst einmal einen Überblick verschaffen.“