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21:46 11.04.2013
Wenigstens die Leuchte spart: Audi R8 mit LED-Licht und 289 Gramm CO2-Ausstoß.dpa
Wenigstens die Leuchte spart: Audi R8 mit LED-Licht und 289 Gramm CO2-Ausstoß. Quelle: Audi
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Man sei der erste Hersteller, der dieses Zertifikat erhalte, vermeldet Audi stolz.

Was wie die neueste Ausgeburt von Bürokratenhirnen klingt, hat sich die deutsche Autoindustrie ausdrücklich gewünscht. Sie hadert nämlich mit den von Brüssel angepeilten CO2-Grenzwerten - vor allem mit der Art ihrer Ermittlung. Gemessen wird auf Prüfständen - was durch den Auspuff geht, hängt also fast ausschließlich vom Motor und dem restlichen Antriebsstrang ab. Das ist ungünstig für die deutschen Marken, weil in ihren vielen großen Modellen vergleichsweise starke Maschinen arbeiten. Also sucht man andere Wege, den Verbrauch zu senken, zum Beispiel durch bessere Aerodynamik oder weniger Strombedarf der Elektronik. Nur bringt das auf dem Prüfstand nichts, dort sind Licht und Lüftung aus, und der Fahrtwind fehlt auch.

So lieferte sich die Branche eine zähe Lobbyschlacht mit Brüssel, um von der Kommission sogenannte „Öko-Innovationen“ anerkannt zu bekommen, die sich zwar nicht auf dem Prüfstand, aber auf der Straße auswirken. Inzwischen liegen diverse Anträge in Brüssel und warten darauf, mit einer CO2-Gutschrift anerkannt zu werden.

Als Erster hat Audi den Prüfungsmarathon mit seinen LED-Leuchten absolviert, die seit 2004 in den Oberklasse-Modellen Einzug halten. Mit dem neuen A3 findet die Technik nun langsam den Weg in die Kompaktklasse. Lichtsysteme beeinflussten den Verbrauch erheblich, sagt ein Audi-Sprecher. Konventionelles Halogen-Abblendlicht komme auf 135 Watt Leistungsaufnahme, ein LED-Scheinwerfer begnüge sich mit 80 Watt. Einen Audi A6 habe man durch zehn Testzyklen geschickt und eine CO2-Minderung um mehr als ein Gramm ermittelt.

2020 sollen die verschiedenen Fahrzeuge jedes Herstellers nach dem Willen der EU im Schnitt noch höchstens 95Gramm Kohlendioxid ausstoßen - das genaue Limit variiert mit der Modellpalette. Die Nobelmarken bewegen sich noch in der Gegend von 150 Gramm - kein Wunder, dass um jedes Gramm gefeilscht wird.

Jetzt, wo die LED-Technik ihr Zertifikat hat, hofft die Branche auch auf Gutschriften zum Beispiel für Thermoverglasung und reflektierende Lacke, die im Sommer die spritfressende Klimaanlage entlasten könnten. Auch Solardächer sind im Gespräch, die dem Motor einen Teil der Stromerzeugung abnehmen könnten. Allerdings muss eine neue Technik mindestens ein Gramm CO2-Reduktion bringen, um anerkannt zu werden.

Ganz andere Sprünge wären möglich, wenn die Branche eine weitere Forderung in Brüssel durchsetzen könnte: Sie fordert zusätzliche Bonuspunkte für jedes verkaufte Elektroauto, die emissionsfreien Mobile sollen in der Statistik mehrfach gezählt werden.