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Wirtschaft Großdemo vor der e.on-Zentrale
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20:01 18.06.2009
Mitarbeiter von e.on protestieren gegen die Ausgliederung von Unternehmensteilen – darunter e.on IS in Hannover. Quelle: Clemens Bilan/ddp

Nach ver.di-Angaben beteiligten sich rund 5500 Beschäftigte an der Kundgebung vor der Konzernzentrale in Düsseldorf – jeder fünfte kam aus Niedersachsen.

„Man will Funktionen zentralisieren, das heißt, Standorte in der Fläche sollen geschlossen werden“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sven Berglin. Zwar wolle e.on betriebsbedingte Kündigungen grundsätzlich vermeiden. Doch die Forderung nach größerer Mobilität der Mitarbeiter laufe auf Stellenabbau hinaus. „Was heißt es für eine alleinerziehende Mutter, die heute einen Job in Hannover hat und morgen nach München soll? Da kann sie doch auch gleich kündigen“, sagte Berglin.

Der Konzern will seine Kosten um 1,5 Milliarden Euro im Jahr senken – unter anderem, weil die getätigten Zukäufe im Ausland die Erwartungen nicht erfülle. e.on hat seine Gewinnerwartungen bereits nach unten korrigiert und Abschreibungen in Milliardenhöhe angekündigt.

Die Gewerkschaft ver.di befürchtet europaweit den Verlust von bis zu 6000 Stellen im Konzern, weitere rund 4000 Beschäftigte könnten von Ausgliederungen mit schlechteren Tarifverträgen betroffen sein. So denkt der Vorstand etwa darüber nach, den konzerneigenen IT-Bereich weitgehend an dritte Unternehmen abzugeben. Entsprechend groß sei die Unruhe in der hannoverschen Zentrale von e.on IS, hieß es. Dort ist etwa jeder Dritte der insgesamt 2700 Mitarbeiter beschäftigt. Zu Spekulationen, e.on wolle seine IT-Sparte an den US-Dienstleister Hewlett-Packard verkaufen, wollte der Konzern keine Stellung nehmen.

Die gestrige Kundgebung hat zu einem Zerwürfnis der Gewerkschaften ver.di und IG Bergbau, Chemie, Energie geführt. „Eine Demonstration zum jetzigen Zeitpunkt halten wir für nicht sachgerecht“, sagte der stellvertretende Konzernbetriebsratschef Wolf-Rüdiger Hinrichsen als IGBCE-Vertreter. Die Gespräche mit dem Vorstand verliefen konstruktiv. „Das Mittel der Demonstration sollte man sich für den Fall bewahren, dass die Verhandlungen scheitern.“ ver.di wies die Kritik zurück. „Es ist uns völlig unverständlich, wie eine Gewerkschaft die Verhandlungen so fundamental anders bewerten kann“, sagte Bundesvorstand Bergelin.

von Tom Käckenhoff und Jens Heitmann

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