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Wirtschaft Griechische Regierung stattet Banken mit Geld für Kredite aus
Mehr Welt Wirtschaft Griechische Regierung stattet Banken mit Geld für Kredite aus
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16:49 07.04.2010
Quelle: ap
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Damit reagierte Athen auf Gerüchte, die Griechen hätten rund acht Milliarden Euro an privaten Geldanlagen ins Ausland geschafft und den Banken damit Liquidität entzogen.

Der griechische Finanzminister Giorgos Papakonstantinou betonte am Mittwoch, die Regierung werde „genau verfolgen“, wohin die Kredite fließen würden. Sie seien nur zur Stärkung der Märkte gedacht. Nach den Angaben sollen die Gelder zu marktüblichen Zinsen an griechische Firmen fließen.

Die Renditen griechischer Staatsanleihen stabilisierten sich nach ihrem Höhenflug am Vortag auf hohem Niveau. Zehnjährige Papiere notierten mit 7,12 Prozent. Gerüchte, dass die griechische Regierung über eine Veränderung des Hilfspakets verhandeln wolle, hatte die Rendite am Dienstag in der Spitze bis auf 7,17 Prozent steigen lassen. Dies war der höchste Wert seit dem Beitritt Griechenlands zur Eurozone. Nach den Spekulationen vom Vortag wollen die Griechen die strengen Bedingungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) umgehen. Der griechische Finanzminister hatte die Gerüchte allerdings dementiert. Zudem habe man sich auch nicht bemüht, den Hilfsmechanismus von Europäischer Union (EU) und IWF in Anspruch zu nehmen.

Klarheit über das genaue Ausmaß der griechischen Schulden will die europäische Statistikbehörde Eurostat am 22. April geben. Dann sollen die Defizit- und Schuldenwerte der EU-Länder für 2009 veröffentlicht werden, kündigte eine Sprecherin der EU-Kommission an. Sie reagierte nicht auf Gerüchte, nach denen das griechische Defizit im vergangenen Jahr bei rund 14 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gelegen haben soll - und damit deutlich höher als die bisher gemeldeten 12,7 Prozent. „Selbst wenn dies stimmen sollte, dann bleibt unser Ziel, das Defizit bis Ende 2010 um vier Prozent zu drücken,“ sagte der griechische Finanzminister im Fernsehen.

Die Bundesregierung stärkt Athen in der Schuldenkrise den Rücken. Man habe keine Zweifel, dass die Griechen ihr Sparprogramm umsetzen. „Die Bundesregierung hat Vertrauen in die beschlossenen Maßnahmen“, sagte Vize- Regierungssprecher Christoph Steegmans.

Sachverständige des IWF begannen unterdessen in der griechischen Hauptstadt damit, die Steuergesetze des Landes und auch staatliche Unternehmen unter die Lupe zu nehmen. Sie sollen während ihres zweiwöchigen Aufenthaltes die Regierung beraten, wie sie Steuern besser eintreiben und staatliche Ausgaben sparen kann.

Schuldensünder Griechenland wird derzeit von der EU besonders überwacht und muss regelmäßig über die drastische Sanierung seiner Staatsfinanzen nach Brüssel berichten.

dpa