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Wirtschaft Griechenlandsorgen belasten den Euro
Mehr Welt Wirtschaft Griechenlandsorgen belasten den Euro
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15:49 26.05.2012
Die Angst vor dem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone belastet die europöäische Währung. Quelle: dpa
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Frankfurt/Main

Der Sinkflug des Euro auf den tiefsten Stand seit fast zwei Jahren ist nach Einschätzung der Dekabank noch nicht beendet. „Der Euro ist momentan so schwach, weil die Unsicherheit rund um Griechenland nach den Wahlen wieder zugenommen hat - und weil unklar ist, ob bei den Nachwahlen eine reformwillige Regierung ins Amt kommt“, sagte Sebastian Wanke, Devisenexperte bei der Dekabank, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Noch sei unklar, ob die kommende Regierung die Vereinbarungen mit den Geldgebern umsetzt. Deshalb würden im Moment sichere Häfen gesucht - und der Euro gemieden.

Wann und wo sich die europäische Gemeinschaftswährung fängt, hänge stark von der weiteren Entwicklung in Athen ab. Beim aktuellen Kurs von leicht über 1,25 Dollar sei die Talfahrt aber vermutlich noch nicht beendet, glaubt Wanke: „Ich denke, da ist noch mehr Luft nach unten, vor allem wenn es bei einem Griechenland-Austritt aus dem Euro zu unkontrollierbaren Problemen kommt.“

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Ohnehin liege der Eurokurs im Moment noch knapp über dem fairen Wechselkurs. „Deshalb kann ich mir noch einiges nach unten vorstellen, wenn die Griechen aussteigen sollten.“ Kurzfristig seien Kurse deutlich unter 1,20 Dollar denkbar. „Aber die Turbulenzen würden sich schon auf mittlere Sicht legen, wenn der Austritt nicht zum völligen Chaos führt. Schließlich wäre es für den Euro auch eine Erleichterung, wenn die Belastung Griechenland endlich wegfällt“, sagte der Devisenexperte. Denn das spreche künftig sogar für einen etwas stärkeren Euro.

Unklar sei noch, wie viele Anleger Griechenland im Exit-Fall als Blaupause für die anderen Problemländer der Eurozone nehmen. Die Ansteckungsgefahr sei groß, die Folgen seien schwer einschätzbar, sagte Wanke: „Die Finanzmärkte glauben, das beim Austritt eines Landes der Austritt anderer Länder folgen könnte.“ Das sei nicht unbedingt das wahrscheinlichste Szenario, aber es laste auf dem Euro, der im Moment gegen das Gros der Währungen schwach sei.

Unterdessen freut sich die deutsche Exportindustrie über einen schwächelnden Euro. Das helfe, die Krisenfolgen abzufedern, sagte Wanke: „Aber im Moment ist die dämpfende Wirkung der Krise stärker als der Rückenwind durch den schwachen Euro.“

dpa/sag

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