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Wirtschaft Glänzendes Quartal verschafft Continental Luft für Investitionen
Mehr Welt Wirtschaft Glänzendes Quartal verschafft Continental Luft für Investitionen
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13:09 05.05.2011
Continental hat das beste Quartal seit 2007 abgeschlossen. Quelle: dpa
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Die brummende Autokonjunktur verschafft Continental nach Einschätzung von Finanzchef Wolfgang Schäfer Luft für neue Investitionen. Wie viel Geld über die zunächst vorgesehenen 1,5 Milliarden Euro hinaus in den Ausbau der Werke fließen werde, sei noch nicht entschieden, sagte der Vorstand des Autozulieferers. Wegen der guten Umsatz- und Ertragslage wolle Conti aber sowohl in der Reifen- als auch in der Autotechnik-Sparte weitere Kapazitäten aufbauen, kündigte Schäfer nach der Vorlage der Quartalszahlen am Donnerstag an: „Das betrifft den asiatischen Bereich, aber genauso die USA und Europa.“

Dem Konzern aus Hannover gelang nach eigenen Angaben das beste Auftaktquartal seit Ende 2007. Zwischen Januar und März verdiente Conti vor Zinsen und Steuern knapp 634 Millionen Euro - 140 Millionen mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz legte um fast ein Viertel auf über 7,3 Milliarden Euro zu, im Reifen- und Technikgeschäft gab es Zuwächse. „Beide Marktsegmente entwickeln sich deutlich besser, als wir noch vor einigen Monaten vorhergesehen haben“, sagte Schäfer.

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Ein Unsicherheitsfaktor bleibe die Preisexplosion bei Rohstoffen wie Naturkautschuk. Die Reifensparte, die zum Jahresauftakt mit etwa 2,8 Milliarden Euro über ein Viertel mehr erlöste als Anfang 2010, müsse mit hohen Belastungen rechnen, schätzte Schäfer. Bis zu 700 Millionen Euro kämen bis zum Jahresende an zusätzlichen Kosten auf das Unternehmen zu. „Wir sehen keine große Chance, dass dieser Wert noch deutlich absinken wird.“ Die großen Reifenhersteller haben zuletzt einen Großteil ihrer Mehrausgaben an die Kunden weitergegeben.

Weiterhin unklar sei, wie stark die Nachwirkungen der japanischen Erdbeben-Katastrophe für Conti seien, sagte der Finanzchef: “125 Lieferanten von uns waren mittel- oder unmittelbar betroffen, 25 sind immer noch kritisch.“ Außerhalb Japans würden die Folgen für die Abnehmer von Elektronik-Teilen aber wohl gering bleiben.

Auch der durch die Übernahme die früheren Siemens-Sparte VDO angehäufte Schuldenberg werde Stück für Stück abgetragen, betonte Schäfer. Anfang April habe der Konzern die Verbindlichkeiten um eine halbe Milliarde Euro verringern können. Bei der Hauptversammlung in der vergangenen Woche hatte die Conti-Spitze bekräftigt, bis zum Ende des Jahres mit weniger als 7 Milliarden Euro in der Kreide stehen zu wollen. „Auf diesem Weg befinden wir uns“, betonte Schäfer.

dpa