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Wirtschaft Gewerkschaft wartet auf e.on-Konzept
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07:24 26.01.2012
Umbau bei e.on geht weiter.
Umbau bei e.on geht weiter. Gewerkschaft fehlt ein Konzept. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover/Düsseldorf

Düsseldorf. Nach der Einigung über den massiven Stellenabbau beim Energiekonzern e.on sehen Betriebsrat und Gewerkschaft das Management in der Pflicht. „Jetzt brauchen wir Konzepte, die Unternehmensführung muss nun genau sagen, welche Aufgaben wegfallen sollen“, sagte Konzernbetriebsratschef Hans Prüfer am Mittwoch. Am Vortag hatten sich der Vorstand und die Gewerkschaften ver.di und IG BCE auf einen Tarifvertrag bis 2016 verständigt. Darin sind betriebsbedingte Kündigungen für die Beschäftigten in Deutschland weitgehend ausgeschlossen.

e.on will weltweit 11.000 Arbeitsplätze einsparen, davon 6000 im Inland. Für Hannover hatte der Konzern im November die Streichung von 260 Arbeitsplätzen als ersten Schritt angekündigt, insgesamt gelten aber 500 der 2500 Stellen hier als gefährdet. Bei den Gewerkschaften hofft man, dass der Umbau am Ende doch milder ausfallen wird: „Die Zahl von 6000 ist nicht gesetzt“, sagte ein ver.di-Sprecher. Ziel sei es, deutlich darunter zu bleiben. Bislang habe der Vorstand nur vage Andeutungen gemacht. ver.di-Bundesvorstand Erhard Ott betonte, es könnten auch neue Beschäftigungsfelder geschaffen werden, wenn sich der Konzern stärker auf erneuerbare Energien oder die dezentrale Erzeugung von Strom konzentriere. Deshalb könne man gegenwärtig nicht sagen, wie viele Arbeitsplätze bis Ende 2016 tatsächlich wegfallen. Zu betriebsbedingten Kündigungen werde es nur kommen, „wenn alle Stricke reißen“, sagte er dem WDR.

Am Mittwoch wurden Einzelheiten der Vereinbarung genannt: Abfindungen: Die Höhe beträgt 1,5 Bruttomonatsgehälter pro Beschäftigungsjahr. Wer zehn Jahre bei e.on war, erhält also 15 Monatsgehälter. Vorruhestand: Beschäftigte bis einschließlich Geburtsjahr 1958 können vorzeitig ausscheiden und erhalten als Prämie außerdem 0,3 Bruttomonatsgehälter pro Beschäftigungsjahr. e.on zahlt dabei höchstens fünf Monatsgehälter. Beschäftigungsgesellschaft: Wer nicht freiwillig ausscheiden oder in den Vorruhestand gehen möchte, wechselt für maximal 24 Monate in eine interne Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft. Alle Betroffenen bleiben e.on-Mitarbeiter und erhalten für diesen Zeitraum ohne Einbußen Leistungen des Konzerns. Ziel ist die Weiterbildung und die interne oder externe Vermittlung in ein neues Arbeitsverhältnis. Es werden andere Beschäftigungsfelder gesucht, zum Beispiel Aufgaben, die derzeit von Zeitarbeitsfirmen oder Zulieferern erbracht werden.Transfergesellschaft: Falls nötig, tritt nach 24 Monaten eine Transfergesellschaft an die Stelle der Qualifizierungsgesellschaft. Für zwölf weitere Monate wird das Kurzarbeitergeld auf 80 Prozent aufgestockt.Kommission: Überwacht wird die Umsetzung der Maßnahmen von einer Kommission, die paritätisch mit Vertretern der Arbeitnehmer und Arbeitgeber besetzt ist.

Peter Lessmann

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