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Wirtschaft Geteiltes Echo auf britische Sondersteuer für Bonuszahlungen für Bankmanager
Mehr Welt Wirtschaft Geteiltes Echo auf britische Sondersteuer für Bonuszahlungen für Bankmanager
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07:47 10.12.2009
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Der Finanz-Obmann der FDP-Fraktion, Frank Schäffler, sagte der „Berliner Zeitung“ (Donnerstagsausgabe), er lehne eine Strafsteuer für Bonuszahlungen für Bankmanager ab. Besser seien transparente Beschlüsse der Bankaktionäre über die Managergehälter. Der Grünen-Europaabgeordnete Sven Giegold äußerte die Hoffnung, dass das britische Vorgehen Signalwirkung entfalte. „Jetzt wird es leichter, auf europäischer Ebene richtig harte Regeln zur Manager-Vergütung durchzusetzen“, sagte er der Zeitung.

Der Deutschen Gewerkschaftbund (DGB) begrüßte das britische Vorgehen. DGB-Vorstandsmitglied Dietmar Hexel sagte der „Berliner Zeitung“, die Sondersteuer habe den Effekt, „dass kurzfrist-orientiertes Gewinnstreben in Zukunft weniger belohnt“ werde. Der DGB befürworte alle Maßnahmen, die dazu beitragen, dass Manager die nachhaltige Entwicklung ihres Unternehmens und nicht den schnellen Quartalsgewinn im Blick hätten. „Insofern ist der Vorstoß - überraschenderweise aus Großbritannien - ein richtiges Signal, auch wenn eine europaweite Regelung aus einem Guss notwendig wäre“, sagte Hexel.

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Daniel Bauer von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) sagte der Zeitung, zeigte sich von dem harten Durchgreifen der Briten positiv überrascht. „Es ist Wahnsinn, was den bei den Banken derzeit passiert. Sie erpressen zum Teil die Regierungen regelrecht“, sagte der SdK-Experte. Es sei deshalb gut, „dass die Briten zu dieser starken Drohgebärde greifen und sagen: So geht es nicht weiter“. Auch in Deutschland sei ein solcher Schritt denkbar, um die Banken zur Räson zu bringen.

Der Nürnberger Bankenexperte Wolfgang Gerke bezeichnete den britischen Vorstoß dagegen als falsch. „Damit hat die britische Regierung lediglich einen schönen Weg gefunden, ihre Finanzen zu sanieren“, sagte Gerke der Zeitung. Viel sinnvoller sei es, „die Banken zu verpflichten, einen bestimmten Prozentsatz der Bonuszahlungen als Rücklage in ihre Bilanz zu stellen, um für schlechte Zeiten vorzusorgen“.

afp