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Wirtschaft Gerangel um Opel-Verkauf
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21:32 22.07.2009
Länder mit Opel-Standort dringen auf einen Verkauf des Autoherstellers an den Zulieferer Magna. Quelle: ddp
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Mit der Opel-Mutter General Motors (GM) müsse nun eine „gemeinsame Haltung“ gefunden werden.

Angebote für Opel hatten am Montag drei Bieter eingereicht. Neben Magna sind dies der belgische Finanzinvestor RHJ International (RHJI) und der chinesische Autohersteller BAIC. Medienberichten zufolge soll GM das RHJI-Angebot bevorzugen.

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Regierungssprecher Wilhelm sagte, Verkäufer von Opel sei zwar GM. Der Verkauf könne aber nur „tragfähig gelingen“, wenn er durch staatliche Kredite und Bürgschaften abgesichert werde. Und über diese Hilfen würden die Bundesregierung, die Bundesländer mit Opel-Standort und die europäischen Partner mit Opel-Standort entscheiden. Politik und GM seien „aufeinander angewiesen“.

Die Ministerpräsidenten der Bundesländer mit Opel-Standorten unterstützen nach den Worten von Hessens Ministerpräsidentem Roland Koch (CDU) einstimmig das Angebot von Magna. Die Regierungschefs hätten sich am Mittwoch abgestimmt und seien „weiter der Meinung, dass wir mit Magna einen bevorzugten Bieter haben“, sagte er dem „Handelsblatt“ von Donnerstag. „Wir befürworten Magna unter anderem, weil es GM Europa ermöglich, ein eigenes Gesicht für Europa zu entwickeln.“

Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hendrik Hering (SPD) hatte der Zeitung zuvor bereits gesagt, Magna habe ein „strategisches Konzept, eigenes Management“ und mit seinen russischen Partnern - der Sberbank und dem Autokonzern GAZ - die Perspektive des Wachstumsmarktes Russland.

Vertreter von Bund und Ländern kamen am Nachmittag mit Vertretern von GM im Kanzleramt zusammen. Regierungssprecher Wilhelm sagte, Ziel sei, bis zur kommenden Woche zu einer gemeinsamen Einschätzung zu kommen. Es gelte die im Mai ausgegebene Zeitplanung: Im Herbst solle der Vertrag mit dem Käufer endgültig „unter Dach und Fach“ sein. Wilhelm betonte zugleich, noch sei der Prozess offen.

Magna will gemeinsam mit der Sberbank jeweils 27,5 Prozent an Opel übernehmen. GM soll 35 Prozent behalten, zehn Prozent sollen an die Mitarbeiter gehen. Magna will 500 Millionen Euro Eigenkapital einbringen und fordert die von der Bundesregierung in Aussicht gestellten 4,5 Milliarden Euro Staatshilfen.

Der belgische Finanzinvestor RHJI will 50,1 Prozent an Opel übernehmen, GM soll 39,9 Prozent behalten, die Mitarbeiter ebenfalls zehn Prozent bekommen. RHJI bringt laut Medienberichten 275 Millionen Euro ein und will 3,8 Milliarden Euro Staatshilfen. Beide Bieter wollen in Europa rund 10.000 Arbeitsplätze streichen. GM Europe hat Werke in Deutschland, Belgien, Großbritannien und Spanien.

Der chinesische Autobauer BAIC als Außenseiter will Medienberichten zufolge 51 Prozent an Opel übernehmen, GM soll 49 Prozent halten. BAIC bietet demnach 660 Millionen Euro Eigenkapital und will 2,5 Milliarden Euro Staatshilfen.

afp

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