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Wirtschaft General Motors hofft auf Neubeginn nach Insolvenzverfahren
Mehr Welt Wirtschaft General Motors hofft auf Neubeginn nach Insolvenzverfahren
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19:48 01.06.2009
GM-Chef Fritz Henderson Quelle: Spencer Platt/afp

Dem Antrag soll eine Sanierungsphase folgen, in der ein Einstieg des Staats als Mehrheitseigner und massive Streichungen an Arbeitsplätzen und Produktionskapazitäten vorgesehen sind.

Am Ende des auf 60 bis 90 Tage anberaumten Insolvenzverfahrens soll nach Worten von GM-Chef Fritz Henderson ein neuer GM-Konzern stehen, der „schlanker, kundenfreundlicher und wettbewerbsfähiger“ sei als das bisherige Unternehmen. US-Präsident Barack Obama bezeichnete die staatliche Übernahme als alternativlos, um „enormen Schaden“ von der gesamten US-Wirtschaft abzuwenden.

Die US-Regierung will die Sanierung mit weiteren 30,1 Milliarden Dollar (21,3 Milliarden Euro) finanzieren. In den vergangenen Monaten hatte sie bereits 19,4 Milliarden Dollar in das Unternehmen gepumpt, um einen Kollaps abzuwenden. Diese für die Sanierung erforderlichen Summen könne allein der Staat aufbringen, sagte Obama. „Wir investieren nicht, um das Geld der Steuerzahler auszugeben, sondern um es zu schützen“, sagte er.

Im Gegenzug für die Finanzhilfen wird die US-Regierung mit einem Aktienanteil von rund 60 Prozent zum Mehrheitseigner. Ein von der Autogewerkschaft geführter Gesundheitsfonds für GM-Pensionäre erhält 17,5 Prozent Anteile, der kanadische Staat übernimmt zwölf Prozent und die Gläubiger des Konzerns bekommen zehn Prozent.

Obama betonte, dass die Regierung ihren Mehrheitsanteil an General Motors so bald wie möglich wieder abgeben wolle. Die Regierung werde allenfalls bei den „fundamentalsten Unternehmensentscheidungen“ von ihren Rechten als Mehrheitsaktionär Gebrauch machen.

Im Zuge der Sanierung will General Motors elf Werke schließen und drei weitere vorerst stilllegen. Nach der Neustrukturierung soll GM deutlich weniger Autos produzieren, wobei ein neuer Schwerpunkt bei Kleinwagen liegen soll. Die Kalkulation des Konzerns soll künftig so erstellt werden, dass GM mit zehn Millionen verkauften Autos profitabel wirtschaften kann. Bislang lag der Wert bei 16 Millionen. „Heute erleben wir die Geburt eines neuen Unternehmens“, sagte GM-Chef Henderson.

Die Schulden des Konzerns sollen um die Hälfte verringert werden. Am Wochenende hatten Gläubiger von GM zugestimmt, im Gegenzug für den Zehn-Prozent-Anteil auf 27,1 Milliarden Dollar Schulden zu verzichten. Darüber hinaus erhielten sie die Option, weitere 15 Prozent des Aktienkapitals zu erwerben. In dem Insolvenzantrag führt GM Guthaben im Wert von 82,3 Milliarden Dollar an, denen Schulden in Höhe von 172,8 Milliarden Dollar gegenüberstehen.

Mit dem Insolvenzantrag folgt GM dem Weg von Chrysler. Chrysler hatte den Insolvenzantrag Ende April vor demselben New Yorker gestellt, nach einem einmonatigen Insolvenzverfahren gab der Richter am Sonntag grünes Licht für eine Allianz mit dem italienischen Fiat-Konzern. Ein Vertreter der US-Regierung wies darauf hin, dass das Insolvenzverfahren bei GM länger dauern werde als bei Chrysler, „weil GM ein weitaus größeres und weitaus komplexeres globales Unternehmen ist“.

afp

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