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Wirtschaft Für iPhones und Samsung-Handys machen Nutzer viel Geld locker
Mehr Welt Wirtschaft Für iPhones und Samsung-Handys machen Nutzer viel Geld locker
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05:30 16.06.2021
Samsung und Apple sind große Konkurrenten.
Samsung und Apple sind große Konkurrenten.
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Frankfurt am Main

Sie funktionieren noch immer als Statussymbole, die Smartphones von Samsung und Apple. Entsprechend hoch ist die Bereitschaft der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher, für die Geräte viel Geld auszugeben – und zwar deutlich mehr als in anderen europäischen Ländern. So ist fast jeder Vierte hierzulande bereit, mehr als 600 Euro für ein iPhone hinzublättern. Bei Jüngeren unter 30 sind es sogar 42 Prozent. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage des Verbraucherportals Verivox hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Immerhin 13 Prozent sind bereit, für ein Gerät von Samsung die 600 Euro plus x auszugeben. Dagegen kommen andere Marken wie Huawei, Xaomi oder Sony im Schnitt nur auf eine Zustimmungsrate von 3 Prozent. Diese Handys werden von Kunden oft sogar grundsätzlich abgelehnt.

Obwohl klar ist: „Samsung und Apple sind nicht die einzigen Hersteller, die hochpreisige Geräte herstellen“, sagte Jens-Uwe Theumer, Telekommunikationsexperte bei Verivox, dem RND. High-End-Modelle von Xiaomi oder Huawei kosteten rund 1200 Euro, von Motorola sogar 1500 Euro. „Allerdings sind offenbar die wenigsten deutschen Smartphone-Besitzer bereit, für diese Marken so viel Geld auszugeben“, so Theumer.

Xiaomi hat in Spanien Samsung als Marktführer abgelöst

Mit Apple und Samsung auf dem hiesigen Markt hat es etwas Besonderes auf sich: In anderen europäischen Ländern sind die beiden Hersteller keineswegs derart dominant wie hierzulande. So hat in Spanien Xiaomi nach den Daten des Marktforschers Counterpoint Research im ersten Quartal den bisherigen Marktführer Samsung überholt.

In Italien liegen die Geräte des chinesischen Herstellers auf Platz zwei – hinter Samsung, aber vor Apple. Laut Verivox laufen in anderen Ländern auf dem alten Kontinent auch Traditionsmarken wie Motorola und Nokia erheblich besser als in Deutschland.

Auch die Daten der Firma Statcounter, die den Internetverkehr analysiert, bestätigen die hiesige Fokussierung auf die beiden großen Anbieter. Im April entfielen 37 Prozent der Seitenaufrufe für Smartphones auf Samsung und 34 Prozent auf Apple. Das macht insgesamt einen Anteil von fast drei Viertel. Huawei erreichte weit abgeschlagen lediglich 14 Prozent. Anderswo ist insbesondere Apple erheblich weniger wichtig. In Spanien und Italien liegt der iPhone-Konzern auf Rang drei, in Griechenland und Polen sogar nur auf Platz vier.

Firmen betreiben vor allem in Deutschland intensives Marketing

Für Theumer ist die hiesige Dominanz der Südkoreaner und der US-Amerikaner das Ergebnis eines erfolgreichen Marketings, was wiederum eng mit der besonderen Rolle Deutschlands als wichtigstem Markt für Smartphones in Europa verknüpft ist. Apple und Samsung würden hierzulande mehr als in anderen europäischen Ländern für Marketing investieren. Das sorge für hohe Präsenz und eine starke Kundenbindung.

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Deutschland hat nicht nur die größte Zahl der Handynutzer in Europa. Auch die Kaufkraft der Verbraucher liegt weit oben, sie rangiert etwa 30 Prozent über dem EU-Durchschnitt und wird nur noch von Luxemburg und der Schweiz getoppt. Entsprechend hoch sind die Ausgabebereitschaft und die Preise, die Samsung und Apple erzielen können.

Verivox hat ermittelt, dass die aktuellen Modellreihen beider Hersteller im Schnitt fast doppelt so teuer sind wie die Geräte der wichtigsten Konkurrenten, die es „nur“ auf 517 Euro bringen – gegenüber 1001 Euro der beiden Marktführer. Trotz des hohen Preisniveaus werden die Geräte bei der Suche nach einem neuen Smartphone nur selten ausgeschlossen. Das gilt laut Verivox für Apple insbesondere bei jüngeren Kunden – für die Statussymbole häufig besonders wichtig sind.

Von Frank-Thomas Wenzel/RND

Der Artikel "Für iPhones und Samsung-Handys machen Nutzer viel Geld locker" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.