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Wirtschaft Fraport möglicher Bewerber: Griechenland privatisiert Flughäfen
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15:52 14.06.2021
Ein Flugzeug der Gesellschaft Aegean am Flughafen Makedonia in Thessaloniki.
Ein Flugzeug der Gesellschaft Aegean am Flughafen Makedonia in Thessaloniki. Quelle: imago images/ANE Edition
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Athen

Das Terminal ist bescheiden. Dafür ist der Name umso klangvoller: „Kalamata Airport Captain Vassilis Constantakopoulos“ steht über dem Abfertigungsgebäude. Der Flugplatz der Hafenstadt Kalamata im Südwesten der Halbinsel Peloponnes ist einer der Regionalflughäfen, die der Staat jetzt in die Hände privater Betreiber legen will.

Mit Flughafenprivatisierungen hat Griechenland in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen gemacht. 2017 vergab der Staat Konzessionen für 14 Regionalflughäfen an den Airport-Konzern Fraport. Die Deutschen betreiben die Flughäfen auf 40 Jahre.

Fraport investierte 440 Millionen Euro in griechische Flughäfen

Fraport ließ sich die Konzession 1,24 Milliarden Euro kosten und investierte in den vergangenen vier Jahren 440 Millionen Euro in den Neubau von Terminals und Landebahnen sowie die Sanierung bestehender Anlagen.

Damit hat Griechenland rechtzeitig zum Start in die Post-Pandemie-Ära eine hochmoderne Flughafeninfrastruktur, von Thessaloniki im Norden über beliebte Inseln wie Korfu, Mykonos, Santorin und Rhodos bis nach Chania auf Kreta im Süden.

Griechenland sucht Betreiber für 23 Airports

Jetzt sucht der Staat private Betreiber für die verbliebenen 23 Airports. Darunter sind Inselflughäfen wie Chios, Naxos, Milos und Paros sowie Alexandroupoli, Ioannina und Kastoria auf dem Festland.

Ganz oben auf der Liste steht Kalamata. Die Ausschreibung wird in den nächsten Wochen erwartet. Der Airport ist nicht nur der größte der noch staatlich betriebenen Plätze, er hat auch besonders gute Wachstumschancen.

Das hängt mit dem Mann zusammen, dessen Namen er trägt. Der 2011 verstorbene griechische Tycoon Vassilis Constantakopoulos hinterließ seinen Söhnen mit der Reederei Costamare nicht nur die weltweit drittgrößte private Flotte von Containerschiffen, sondern auch das 2010 eröffnete Fünf-Sterne Golf- und Strandresort Costa Navarino westlich von Kalamata. Rund 1,2 Milliarden Euro hat die Familie des „Containerkönigs“ bisher in den Hotel- und Villenkomplex investiert.

Passagierzahlen des Airports Kalamata sind vor Pandemie deutlich gestiegen

Dank Costa Navarino wurde die Region zu einem der am schnellsten wachsenden Urlaubszentren Griechenlands. Das schlug sich bis zum Ausbruch der Pandemie auch in den Passagierzahlen des Airports Kalamata nieder. Sie haben sich zwischen 2010 und 2019 vervierfacht.

Die von der Familie Constantakopoulos kontrollierte Immobilien- und Hotelentwicklungsgesellschaft Temes S.A. gilt als ein möglicher Bewerber für die Konzession des Flughafens. „Wir begrüßen die Privatisierung des Airports, beobachten die Entwicklung sehr genau und erwarten Interesse von Unternehmen mit Erfahrung im Flughafenmanagement“, erklärt Temes. Branchenbeobachter schließen daraus, dass sich Temes gemeinsam mit einem Partner aus dem Airport-Geschäft um die Konzession bewerben wird.

Fraport lässt Interesse erkennen

Aber auch Fraport lässt verklausuliert Interesse an Kalamata erkennen. Der Konzern äußert sich zwar nicht dazu, ob er sich an der bevorstehenden Ausschreibung beteiligen wird, will aber sein Flughafenbeteiligungsgeschäft „durch Erweiterung unseres bestehenden Portfolios oder den Erwerb neuer Beteiligungen ausbauen“.

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Der Fokus liege darauf, „das Wiederaufleben der touristischen Verkehre zu unterstützen und das vorhandene Wachstumspotenzial unseres Flughafenportfolios auszuschöpfen“, so Fraport. Ein Einstieg in Kalamata könnte gut in diese Strategie passen.

Von Gerd Höhler/RND

Der Artikel "Fraport möglicher Bewerber: Griechenland privatisiert Flughäfen" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.