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Wirtschaft Fluglotsen bereiten sich auf Streiks vor
Mehr Welt Wirtschaft Fluglotsen bereiten sich auf Streiks vor
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16:46 10.04.2010
Die Fluglotsen bereiten sich auf Streiks vor.
Die Fluglotsen bereiten sich auf Streiks vor. Quelle: dpa
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Vorstandsmitglied Markus Siebers sagte: „Am Wochenende wird es dazu definitiv keinen Beschluss geben. Wir werden unser weiteres Vorgehen von Montag an besprechen.“

In dem Tarifkonflikt geht es nicht um Bezahlung, sondern um Arbeitszeiten. Der DFS Deutsche Flugsicherung zufolge fordert die Gewerkschaft kürzere Dienstzeiten. DFS-Sprecher Axel Raab hatte betont, dass das Verkehrsaufkommen zwischen 2008 und 2009 um insgesamt 7,2 Prozent zurückgegangen sei.

Die individuelle Arbeitszeit der Lotsen ist an ihre jeweilige Belastung und damit an ihren Einsatzort gekoppelt. Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete unter Berufung auf die DFS, die wöchentliche Arbeitszeit der Fluglotsen liege zwischen 26 und 36 Stunden bei einem monatlichen Durchschnittsgehalt von 9400 Euro.

Siebers sagte, die DFS habe zwar im Prinzip mit der Darstellung recht, die Gewerkschaft verlange eine geringere Arbeitsbelastung. Sie verschweige aber, dass das Angebot der GdF auch Mehrarbeit für diejenigen Fluglotsen vorsehe, die zurzeit weniger belastet seien. In der Summe sei das Angebot neutral. Die Gewerkschaft hat nach eigenen Angaben etwa 3200 Mitglieder.

Die Tarifkommission der Gewerkschaft hatte die Verhandlungen mit der Flugsicherung am vergangenen Donnerstag für gescheitert erklärt. Der Bundesvorstand stimmte daraufhin für den Arbeitskampf. Die Fluglotsen wollen einen Ausstand 24 Stunden vorher ankündigen. DFS- hält einen Streik für nicht gerechtfertigt.

Sollte die DFS beschließen, einen Mediator einzuschalten, wäre die Gewerkschaft vertraglich verpflichtet, sich an der Schlichtung zu beteiligen, sagte Siebers. Er stellte aber klar: „Die Schlichtung ist bindend, das Ergebnis nicht.“

Fluglotsen können den Großteil des Flugverkehrs über Deutschland lahmlegen. Der DFS zufolge müssen sie allerdings auch im Falle eines Streiks noch ein Viertel des normalen Verkehrsaufkommens in der betreffenden Region abarbeiten.

dpa