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Wirtschaft Fitnessbranche wird kräftiger
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08:50 28.03.2012
Foto: Die deutsche Fitnessbranche hat so viele Kunden wie nie zuvor.
Die deutsche Fitnessbranche hat so viele Kunden wie nie zuvor. Quelle: dpa
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München

Mehr als die Hälfte der Fitnesskunden sind weiblich (53 Prozent), knapp zwei Drittel aller Besucher sind zwischen 20 und 49 Jahre alt. Mit ihrem Plan, mehr Ältere für ihre Klubs zu gewinnen, kommt die Branche allerdings nicht so recht voran: Weiterhin stellt die Gruppe der über 50-Jährigen nur gut ein Viertel aller Studiomitglieder.

Als Monatsbeitrag zahlten die Fitnesskunden im vergangenen Jahr durchschnittlich 46,20 Euro im Monat – das war etwas weniger als 2010. Bei Discountstudios, die meist keine Sauna im Angebot haben oder dafür eine Extragebühr verlangen, kommen die Kunden im Schnitt mit monatlich 20,40 Euro aus. In einem Luxusklub werden hingegen durchschnittlich 73 Euro fällig. Zwei Drittel der von Deloitte Befragten sehen bei den Beiträgen keinen Spielraum für Erhöhungen; sie rechnen daher mit konstanten Preisen.

Die Deloitte-Studie untersucht besonders die Lage der größeren Klubs mit mehr als 200 Quadratmetern, die zusammen 95 Prozent aller Kunden haben. Demnach haben die Studios auch im vergangenen Jahr weitere Mitglieder hinzugewonnen, der Anstieg blieb mit plus 2,5 Prozent aber deutlich hinter den Vorjahren zurück, als das Wachstum zwischen 7,7 und 9,6 Prozent betrug. Zusammen schafften die Klubs 2011 einen Umsatz von 3,8 Milliarden Euro, das waren 4,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

„Wir stellen fest, dass sich die Branche diversifiziert“, sagt Studienautor Stefan Ludwig. „Kleine und Nischenanbieter spielen eine immer wichtigere Rolle.“ Als Beispiele nennt er etwa Anlagen nur für Frauen oder solche Studios, die einen effektiveren Muskelaufbau mithilfe von Elektrostimulation versprechen.

Wachstum gibt es in der Branche derzeit vor allem im Billig- und im Premiumbereich – das mittlere Klubsegment dagegen verliert Marktanteile. Mit weitem Abstand größter Anbieter ist der Discounter McFit mit erstmals über einer Million Mitglieder. Es folgt FitnessFirst mit rund 270 000 Kunden, allerdings verringerte diese Kette zuletzt die Zahl ihrer Klubs deutlich von 103 auf 87.

Zwar werde es in der deutschen Fitnessbranche weiter Wachstum geben, „aber vielleicht mit einem geringeren Tempo als in der Vergangenheit“, sagt Ludwig. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland nur im Mittelfeld; in Ländern wie den Niederlanden oder USA ist die Marktdurchdringung mit jeweils 15 Prozent deutlich höher. Insgesamt investierten die Sportler in deutschen Fitnessstudios im vergangenen Jahr rund 4 Milliarden Euro in ihre Gesundheit – das ist ein Rekord.

dpa

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