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Wirtschaft Fischfangquoten: So viel darf ins Netz
Mehr Welt Wirtschaft Fischfangquoten: So viel darf ins Netz
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09:27 14.12.2016
Die jährlichen Gespräche in Brüssel über die Fischfangquoten für die Nordsee und den Atlantik waren wie so oft ein zähes Ringen. Quelle: dpa
Brüssel

Feilschen um Prozente: Die jährlichen Gespräche in Brüssel über die Fischfangquoten für die Nordsee und den Atlantik waren wie so oft ein zähes Ringen. Bis zum frühen Mittwochmorgen verhandelten die zuständigen Minister der EU-Staaten über erlaubte Fangmengen. Ein Überblick:

Was ist eigentlich eine Fischfangquote?

Mit den sogenannten zulässigen Gesamtfangmengen wird bestimmt, wie viel Fisch in einem jeweiligen Jahr aus dem Meer gezogen werden darf. Gerechnet wird je nach Fischart in Tonnen beziehungsweise in Stückzahlen einzelner Fische. Die Beschränkungen gelten dann jeweils für bestimmte Fischbestände. Ein Bestand ist eine Fischart in einem bestimmten Meeresgebiet. Unter den EU-Staaten werden die Gesamtfangmengen dann in Form nationaler Quoten verteilt. Wenn das in einer Quote erlaubte Kontingent ausgeschöpft wurde, muss das jeweilige Land seinen Fischfang dort vorübergehend einstellen.

Wie werden die Fischquoten bestimmt?

Die Brüsseler EU-Kommission schlägt den EU-Ländern konkrete Quoten vor. Als Grundlage nutzt sie dafür Empfehlungen wissenschaftlicher Gremien, die den Zustand der einzelnen Bestände untersucht haben. Die letztgültige Entscheidung treffen schließlich die Minister der EU-Staaten. Länder mit großen Fangflotten, wie etwa Spanien oder Frankreich, kämpfen dabei in der Regel für hohe Quoten. Die EU stimmt sich bei Beständen, die gemeinsam befischt werden, zudem mit anderen Staaten wie etwa Norwegen ab.

Was kam nun bei den nächtlichen Verhandlungen in Brüssel heraus?

Für eine ganze Reihe an Beständen in der Nordsee und im Atlantik werden die zulässigen Fangquoten angehoben. So darf im kommenden Jahr etwa 53 Prozent mehr Seelachs aus der Nordsee geholt werden. Auch die Quote für Kabeljau (plus 17 Prozent) steigt. Für den Makrelen-Fang im Nordost-Atlantik ist eine Ausweitung um 14 Prozent erlaubt. Für Schellfisch in der Nordsee sinkt die Quote hingegen um 45 Prozent.

„Wissenschaftler haben diesmal empfohlen, die Fangmengen für eine ganze Reihe an Beständen anzuheben“, sagte EU-Kommissar Karmenu Vella. „Das macht Hoffnung.“ Die Meeresschutzorganisation Oceana bemängelte hingegen, dass vielerorts Bestände weiterhin zu stark befischt würden.

Gibt es auch für andere Gewässer Vorgaben?

Ja. Im Oktober hatten sich die EU-Fischereiminister über Fangquoten für die Ostsee geeinigt. Demnach dürfen deutsche Fischer im kommenden Jahr etwa deutlich weniger Dorsch aus der Ostsee ziehen. In der westlichen Ostsee sinkt die Menge im Vergleich zum laufenden Jahr um 56 Prozent, in der östlichen Ostsee um 25 Prozent. Außerdem gibt es hier erstmals auch Obergrenzen für Freizeitfischer.

Zudem verständigten sich die EU-Staaten im Sommer etwa auf schonenderen Tiefsee-Fischfang. Schleppnetze, die Fischer über den Meeresboden ziehen, dürfen demnach deutlich weniger eingesetzt werden. Diese Netze können den Meeresboden beschädigen und Riffe oder Muschelbänke zerstören.

Von RND/dpa