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Wirtschaft Finanzmarkt­handel hochrangiger Notenbanker wird überprüft
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08:16 05.10.2021
Eindrücke von der New Yorker Börse (Archivbild). Die Marktaktivitäten einiger hochrangiger Banker der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) sollen überprüft werden.
Eindrücke von der New Yorker Börse (Archivbild). Die Marktaktivitäten einiger hochrangiger Banker der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) sollen überprüft werden. Quelle: imago images/Xinhua
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New York

Die US-Notenbank hat am Montag mitgeteilt, sie habe Gespräche mit ihrer internen Aufsichts­behörde aufgenommen, um den Finanzmarkt­handel einiger hochrangiger Notenbanker auf mögliche ethische oder rechtliche Mängel zu überprüfen.

„Im Rahmen unserer umfassenden Überprüfung haben wir letzte Woche Gespräche mit dem Office of Inspector General for the Federal Reserve Board aufgenommen, um eine unabhängige Überprüfung einzuleiten. Sie wollen untersuchen, ob die Handels­aktivitäten bestimmter hochrangiger Beamter sowohl mit den einschlägigen Ethikregeln als auch mit dem Gesetz in Einklang standen“, sagte ein Sprecher der Fed. „Wir begrüßen diese Überprüfung und werden auf der Grundlage ihrer Ergebnisse geeignete Maßnahmen ergreifen.“

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Senatorin hatte zu Untersuchungen aufgefordert

Zuvor hatte die amerikanische Senatorin Elizabeth Warren die US-Börsen­aufsicht SEC aufgefordert, die Handels­aktivitäten von hochrangigen Notenbankern zu untersuchen. In einem Brief an die SEC nannte die Demokratin Warren auch Fed-Vize Richard Clarida, der Medien­berichten zufolge im Februar 2020 von Anleihen auf Aktien umschichtete. Clarida passte demnach sein Porfolio einen Tag vor einer wichtigen Ankündigung von Fed-Chef Jerome Powell an.

Powell warnte damals vor Risiken durch das Coronavirus und versprach eine Reaktion der Fed, falls dies notwendig werden sollte. Die Berichte über die Finanz­aktivitäten der Fed-Vertreter dürften ernsthafte Fragen mit Blick auf mögliche Interessen­konflikte aufwerfen, schrieb Warren. Sollten die Aktivitäten auf dem Wissen der Fed-Vertreter, das marktbewegend und nicht öffentlich sei, basieren, könnten sie womöglich illegal gewesen sein. Ein SEC-Sprecher lehnte einen Kommentar dazu ab.

Nach Rücktritten von zwei US-Notenbankern im Zuge einer Finanzaffäre hatte Powell Ende September im Kongress eine Rundum­erneuerung der Ethikregeln für Währungshüter angekündigt. Hintergrund ist der Abgang zweier Notenbanker, die in der Hochphase der Corona-Krise Aktien­geschäfte auf eigene Rechnung betrieben hatten.

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Die beiden Währungshüter vertreten ihre jeweiligen Notenbank­bezirke im Offenmarkt­ausschuss der Fed, der über die Zinspolitik entscheidet. Dabei handelt es sich zum einen um den US-Notenbanker Robert Kaplan, der als Konsequenz aus der Debatte um persönliche Aktiengeschäfte seinen Hut nahm. Zudem hatte der Präsident der Fed in Boston, Eric Rosengren, seinen Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen angekündigt. Auch er war wegen umstrittener Aktien­geschäfte unter Druck geraten.

Fed stabilisierte Märkte und Wirtschaft mit Billionen­summen

Zwar waren die Finanz­geschäfte der beiden Notenbanker in einer internen Prüfung nicht beanstandet worden. Doch sind die Währungshüter nach den Regeln der Fed gehalten, auch nur den Anschein zu vermeiden, dass sie ihre Position zur persönlichen Bereicherung nutzen könnten.

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Aufschwung unter Schmerzen

Im Corona-Jahr 2020 hatte die Fed mit bislang beispiellosen Rettungs­aktionen die Märkte und die Wirtschaft mit Billionen­summen stabilisiert. Die Rücktritte fallen in eine Zeit, in der US-Präsident Joe Biden bald darüber entscheiden dürfte, ob Fed-Chef Powell eine zweite Amtszeit haben soll oder seine Zeit an der Spitze der Fed im Februar 2022 endet.

RND/Reuters

Der Artikel "Finanzmarkt­handel hochrangiger Notenbanker wird überprüft" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.