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Wirtschaft Fiat prüft erneuten Einstieg ins Rennen um Opel
Mehr Welt Wirtschaft Fiat prüft erneuten Einstieg ins Rennen um Opel
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17:07 26.08.2009
Das Rennen um Opel ist weiter offen.
Das Rennen um Opel ist weiter offen. Quelle: Michael Urban/ddp
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Laut Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) arbeiten die Bundesregierung und GM weiter am Einstieg eines Investors. Das Fiat-Management habe keinen Schlussstrich unter die Opel-Pläne gezogen. Da die konkurrierenden Gebote für Opel nun nur schwer realisierbar schienen, erwäge das Unternehmen einen zweiten Versuch. Fiat glaube, dass das Magna-Konzept „labil“ sei, weil es vor allem auf die Expansion in Russland und anderen osteuropäischen Märkte setze, wo der Auto-Absatz zuletzt stark eingebrochen sei. Das Konzept des italienischen Autobauers beruhe dagegen auf einem „industriellen Plan“. Fiat war Ende Mai aus dem Rennen um Opel ausgestiegen, als die Bundesregierung sich stärker Magna zugeneigt hatte.

Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte, dass bei einem Verbleib von Opel beim Mutterkonzern General Motors (GM) keine deutschen Steuergelder fließen würden. „Was in Europa finanziert wird, muss auch in Europa bleiben“, sagte Merkel dem Nachrichtensender N24. Eine solche Lösung sei der Bundesregierung von GM auch noch nie vorgeschlagen worden. Laut „Wall Street Journal“ prüft GM derzeit, Opel bei GM zu behalten und den Autobauer dort zu sanieren. Die Bundesregierung dringt auf einen Verkauf an den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna.

Die Bundesregierung habe sich für das Magna-Konzept entschieden und sei bereit, für dieses Konzept Geld zu geben, sagte Merkel. Nun werde über offene Fragen bei dem Magna-Konzept verhandelt. Es sei unwichtig, wie schnell dies gehe. „Es geht jetzt darum, deutsche Interessen zu vertreten und das ist noch wichtiger als die Schnelligkeit“, sagte Merkel. Ein Telefonat mit US-Präsident Barack Obama sei derzeit nicht nötig. Zuvor müssten Fachfragen geklärt werden.

Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sagte am Dienstagabend im ZDF, GM sei weiter an einer „Investorenlösung“ interessiert. Eine Einigung könnte sich jedoch bis nach der Bundestagswahl hinziehen. Es gehe jetzt darum, „die Dinge zu klären“. Er zeigte gleichzeitig Verständnis für das Interesse von GM, das Band zu Opel zu erhalten. Dies sehe das Konzept von Magna unter anderem auch vor, sagte Guttenberg. GM würde dabei einen Minderheitsanteil halten.

Wie die „Bild“-Zeitung am Mittwoch unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, ließen Vertreter der Bundesregierung bei einem Gespräch mit GM am Dienstag erstmals die Bereitschaft erkennen, einem Verkauf an den mit Magna konkurrierenden Finanzinvestor RHJI zuzustimmen. Voraussetzung sei, dass der in Belgien ansässige Finanzinvestor einen international agierenden Konzern aus der Automobilbranche als „strategischen Partner“ präsentieren könne.
EU-Industriekommissar Günter Verheugen forderte die Bundesregierung zu größerer Zurückhaltung auf. Die Verantwortung für die Zukunft der europäischen GM-Unternehmen liege immer noch beim Eigentümer und könne nicht ersetzt werden durch das „Handeln einer Regierung“, sagte Verheugen dem „Hamburger Abendblatt“. Es sei zudem „riskant, wenn so komplexe Unternehmensentscheidungen in die Zwänge eines Wahlkampfs geraten“.

afp