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Wirtschaft 10 Euro für ein gutes Gewissen
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06:59 06.08.2014
Die Nachfrage nach fair gehandeltem Kaffee nimmt zu. Quelle: Archiv
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Und das befördert das Wachstum. Um 21 Prozent sei der Umsatz mit fair gehandelten Waren im vergangenen Jahr gestiegen, berichtete der Geschäftsführer des Forums Fairer Handel, Manuel Blendin. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass das Plus auch nach Jahren fairen Handels noch immer auf einer kleinen Basis stattfindet. Gerade 784 Millionen Euro gaben die Deutschen 2013 für die Waren aus. Das entspricht gerade einmal 10 Euro pro Bundesbürger pro Jahr. Immerhin habe fast jeder zweite Deutsche mitunter zu fair gehandelten Produkten gegriffen, sagte Blendin. Und innerhalb von vier Jahren habe sich der Absatz mit fair gehandelten Produkten verdoppelt.

Kaffee, Kakao oder Schokolade, Kunstgewerbe, Südfrüchte und Blumen zählten nach wie vor zu den beliebtesten Produkten aus fairem Handel. So mache der Absatz von fair gehandeltem Kaffee knapp 36 Prozent am Gesamtabsatz des fairen Handels in Deutschland aus. Als Grund für das Wachstum nannte Blendin das Vertrauen der Verbraucher in den fairen Handel. Immer mehr Menschen sei bewusst, dass der Konsum jedes Einzelnen Auswirkungen auf globale Lieferketten habe, betonte der Geschäftsführer.

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Hinzu komme, dass fair gehandelte Produkte zunehmend leichter erhältlich seien. So böten immer mehr konventionelle Supermarktketten Produkte aus fairem Handel an. In der Gastronomie habe es in dem Marktsegment allein von 2012 zu 2013 ein Wachstum von 40 Prozent gegeben. Auch beim Onlinehandel habe sich der Absatz fair gehandelter Produkte 2013 im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Mit einem Anteil von 42 Prozent am Absatz blieben die sogenannten Weltläden, die unter anderem von Kirchengemeinden getragen werden, der bedeutendste Vertriebsweg für den fairen Handel.

Scharfe Kritik übte Blendin am geplanten Freihandelsabkommen TTIP, das derzeit zwischen den USA und der EU verhandelt wird. Ziel des fairen Handels sei die Schaffung menschenwürdiger Lebens- und Arbeitsbedingungen bei den Erzeugern in Asien, Lateinamerika und Afrika. „Genau dieses Ziel droht durch das Freihandelsabkommen TTIP torpediert zu werden“, sagte Blendin. Zu befürchten sei, dass durch das Abkommen die Handelsbeziehungen zu den Ländern des Südens durch neue Hürden erschwert werden.

Von Christine Xuân Müller

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