Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Wirtschaft Fahrradabsatz legt kräftig zu
Mehr Welt Wirtschaft Fahrradabsatz legt kräftig zu
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:05 04.04.2015
Mit dem Mountainbike in die Natur: Das ist vor allem bei Jüngeren ein beliebter Freizeitsport – auch wenn nicht jeder solche Sprünge wagt. Foto: dpa
Mit dem Mountainbike in die Natur: Das ist vor allem bei Jüngeren ein beliebter Freizeitsport – auch wenn nicht jeder solche Sprünge wagt.  Quelle: Peter Steffen
Anzeige
Hannover

Schönes Wetter, attraktive Produkte und der Trend zu Fitness und Gesundheit - dies sind Gründe für einen höheren Fahrradabsatz. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 4,1 Millionen Räder verkauft, ein Plus von fast 8 Prozent. Noch stärker legte der Umsatz zu. Mit 2,16 Milliarden Euro meldet der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) eine Steigerung von knapp 10 Prozent. Auch der Start ins neue Jahr sei erfreulich verlaufen, sagt ZIV-Geschäftsführer Siegfried Neuberger. Die Beliebtheit des Fahrrades nehme weiter zu. Vor allem die Nachfrage nach E-Bikes steigt kräftig. 480 000 Räder mit Elektroantrieb wurden 2014 verkauft - 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Käufer werden immer jünger, weil auch etwa Mountainbikes mit Stromantrieb angeboten werden.

Neuberger erwartet, dass der Anteil von E-Bikes am Gesamtabsatz schon bald von 12 auf über 15 Prozent wachsen werde. Immer öfter würden die flotten Flitzer auch auf dem Weg zur Arbeit genutzt, und immer mehr Unternehmen stellten für ihre Beschäftigten Diensträder bereit. Zudem habe das E-Bike eine Zukunft als umweltschonendes Lastenfahrzeug besonders in Städten, zum Beispiel bei Logistikbetrieben.

E-Bikes werden immer beliebter

Laut ZIV sind 2,1 Millionen E-Bikes auf deutschen Straßen und Radwegen unterwegs. Noch ist dies ein überschaubarer Anteil an den rund 72 Millionen Rädern. Trotzdem ist die Branche stolz auf den Erfolg. Anders als die Autoindustrie habe man es geschafft, Elektromobilität ausgereift, in großen Stückzahlen und für jeden erlebbar auf die Straße zu bringen. Auch im Ausland seien E-Bikes aus deutscher Produktion gefragt.

Die Branche hat allerdings einige Wünsche an die Politik, damit das Fahrrad im Alltag noch beliebter wird. So soll die Infrastruktur für den sicheren Zweiradverkehr ausgebaut und angepasst werden. Für E-Bikes seien sichere Abstellanlagen notwendig, damit die teuren Räder von Pendlern auf öffentlichen Flächen geparkt werden können und nicht gestohlen werden.

Im Schnitt geben die Deutschen 528 Euro für ein neues Rad aus. 2013 waren es 520 Euro. Vor allem der wachsende Anteil der E-Bikes, die meist 1200 Euro oder mehr kosten, sorgt für steigende Durchschnittspreise. Trotzdem herrscht auf dem Markt großer Konkurrenz- und Preisdruck, vor allem wegen billiger Importräder aus Osteuropa und Fernost. Im vorigen Jahr ging der größte deutsche Produzent MIFA in Sachsen-Anhalt pleite - er fand dann aber neue Investoren.

Zubehör bringt gute Geschäfte

2014 verringerte sich die Zahl der hierzulande produzierten Räder leicht auf 2,14 Millionen. Auch die Importe gingen etwas zurück. Die meisten eingeführten Räder kommen aus Kambodscha, Polen und Bulgarien. Die Exporte fielen um 90 000 auf 1,19 Millionen Räder.

Bei den E-Bikes verlieren die deutschen Hersteller an Boden, obwohl der Markt stark wächst. Insgesamt sank die Produktion der Elektroflitzer in Deutschland um 24 000 auf 254 000 Fahrräder. Dafür kamen 230 000 E-Bikes aus dem Ausland auf den hiesigen Markt - ein Plus von 31 000. Beliebtestes Modell bleibt laut Verband das Trekkingrad vor dem Cityrad und dem E-Bike. 70 Prozent der Räder werden im Fachhandel verkauft, nur 11 Prozent über das Internet. Auch mit Komponenten macht die Branche gute Geschäfte, die sogar den reinen Radumsatz übersteigen.

Von Thomas Wüpper

Wirtschaft Kurswechsel bei Softwarefirma - Microsoft wird 40
04.04.2015
Wirtschaft Deutsche Süßwarenindustrie - 213 Millionen Schokoladen-Hasen zu Ostern
03.04.2015