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Wirtschaft “Extrem ungerecht”: Großerben zahlen kaum Steuern
Mehr Welt Wirtschaft “Extrem ungerecht”: Großerben zahlen kaum Steuern
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14:00 03.12.2019
Die Reichen in Deutschland werden immer reicher. Quelle: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbi
Hannover

Wer in Deutschland mehr als zehn Millionen Euro geschenkt oder vererbt bekommen hat, musste im Jahr 2018 kaum Steuern für diese Schenkungen oder Erbschaften zahlen. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervor, über die die Süddeutsche Zeitung berichtet. Knapp 600 Deutsche erhielten 2018 auf diesem Weg mehr als 10 Millionen Euro - zusammen übrigens 31 Milliarden Euro. Im Schnitt fielen fünf Prozent Steuern an.

Auswertungen des Statistischen Bundesamts ergaben außerdem, dass zwei Drittel der Erben, die mehr als 100 Millionen Euro erhielten, fast gar nichts zahlen mussten. Von den etwa 30 Begünstigten, die im Jahr 2018 100 Millionen Euro oder mehr geschenkt bekamen, zahlten nur fünf im Schnitt insgesamt 0,2 Prozent Steuern.

Anders sieht es bei Normalverdienern aus: Wer aus der Mittelschicht bis zu eine Millionen Euro vererbt bekommt, müsse im Schnitt zehn Prozent ans Finanzamt zahlen, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Hintergrund sind die Erbschaftssteuersätze von bis zu 50 Prozent.

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Wie kann diese Rechnung aufgehen? Laut Stefan Bach vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) wird eine verschenkte oder vererbte Firma weniger besteuert, als es bei Wertpapieren oder Immobilien der Fall ist. "Und die Topvermögen bestehen eben zum großen Teil aus Firmen."

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