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Wirtschaft Exporteure trotzen der Schuldenkrise
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21:33 10.04.2012
Von Michael Grüter
Foto: Deutschlands Exporteure schieben die Schuldenkrise beiseite.
Deutschlands Exporteure schieben die Schuldenkrise beiseite. Quelle: dpa
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Berlin

Das Wachstum der Ausfuhren dürfte sich nach Ansicht des Branchenverbands BGA 2012 zwar auf 6 Prozent halbieren. Dies sei wegen des schwierigen Umfelds aber ein „sehr, sehr positives“ Ergebnis, sagte  der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner, am Dienstag.

Die deutschen Exporte seien damit auf dem Weg zu „einem neuen Allzeithoch“. Im vergangenen Jahr haben die Exporte zum ersten Mal über einer Billion Euro gelegen. Der BGA rechnet für das Jahr 2012 mit einer Steigerung der Ausfuhren auf 1,124 Billionen Euro und einer Zunahme der Einfuhren um 7 Prozent auf 0,965 Billionen Euro. Damit dürfte der Außenhandel nach Ansicht des Branchenverbandes zum ersten Mal  in der Geschichte die Marke von 2 Billionen Euro knacken.

Deutsche Produkte werden  aus dem außereuropäischen Ausland und da vor allem von den BRIC-Staaten Brasilien, Indien, Russland und China stark nachgefragt. Die Exporte in Länder außerhalb der EU wuchsen laut Ausfuhrstatistik mit 13,4 Prozent fast viermal so rasch wie in die Euro-Zone (3,3 Prozent). Insgesamt haben deutsche Firmen im Februar Waren im Wert von 91,3 Milliarden Euro exportiert, wie das Statistische Bundesamt meldete. Das entspricht im Jahresvergleich einem  Zuwachs von 8,6 Prozent. Sogar trotz der harten Witterungsbedingungen nahmen die Ausfuhren im Februar saisonbereinigt um 1,6 Prozent zu. Der Sondereffekt des 29. Februars ist dabei herausgerechnet. Wirtschaftsexperten hatten mit einem Rückgang um 1,2 Prozent gerechnet.

Viele europäische Unternehmen gelangten „huckepack“ mit deutschen Exporterfolgen auf die Weltmärkte, erläuterte BGA-Präsident Börner. Dennoch sei die Gefahr eines Überschwappens der Schuldenkrise auf die Realwirtschaft „noch nicht gebannt“.

Ähnliche Zahlen aus China, der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, lösten ein gemischtes Echo aus. Die Exporte Chinas – hier liegen bereits die März-Zahlen vor – nahmen um 8,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Die Ausfuhren in die wirtschaftlich wieder erstarkten USA konnten sogar um 10,4 Prozent verbessert werden, während die Verkäufe in die von der Schuldenkrise geplagte EU um 3,1 Prozent nachgaben. Sorgen bereitete Wirtschaftsexperten, dass die Einfuhren in das Reich der Mitte lediglich um 5,3 Prozent zunahmen. „Das belegt eine an Dynamik verlierende Binnenkonjunktur“, warnte der Ökonom Thomas Gitzel von der Liechtensteiner VP Bank.

Dennoch setzen deutsche Exporteure weiter auf China. „Wir  wachsen im Windschatten des asiatischen Wachstums“, sagte Börner. Sollte sich der Trend fortsetzen, könne Asien bis zum Jahr 2040 gleich wichtig für die deutsche Wirtschaft werden wie Europa.