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Wirtschaft Es wird eng für Porsche
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10:21 26.06.2009
Von Stefan Winter
Die Geldnot bei Porsche lässt den Glanz der Marke verblassen. Quelle: Sascha Schuermann/ddp

Ein Porsche-Sprecher sagte dagegen, von einer Absage sei nichts bekannt. Außerdem spreche man mit der Staatsbank noch über Nachbesserungen. Es gebe weitere Gesprächstermine mit der KfW.

Porsche hat bei der staatlichen KfW einen Kredit über 1,75 Milliarden Euro beantragt, weil das hochverschuldete Familienunternehmen seine Möglichkeiten bei anderen Banken ausgeschöpft hat. Der Kredit soll marktüblich verzinst und mit VW-Aktien besichert werden. Allerdings meldete die KfW schon bei der bankentechnischen Prüfung Bedenken an, so dass sich die politischen Gremien mit dem Antrag offenbar nicht weiter befasst haben: „Wir haben die KfW gebeten, Porsche mitzuteilen, dass wir das nicht weiterverfolgen“, sagte ein hochrangiger Vertreter des Wirtschaftsministeriums. In der Politik war Kritik an dem Kreditwunsch laut geworden. Die Staatsbank müsse nicht zu Hilfe eilen, wenn sich Porsche mit VW-Aktien verspekuliert habe.

Bereits Ende Mai hatte Porsche bei der Bundesregierung auf Granit gebissen. Der erste Antrag auf Hilfen aus dem „Wirtschaftsfonds Deutschland“ war als nicht entscheidungsreif abgeschmettert worden. Porsche schwenkte daraufhin um und beantragte Anfang Juni den nun ebenfalls abgewiesenen Großkredit.

Trotz des politischen Gegenwinds will Porsche bei seinem Plan bleiben und einen neuen Antrag ausarbeiten. Offenbar hat aber auch dieser neue Anlauf wenig Chancen. Mit einer bloßen „Nachbesserung“ sei es nicht getan, hieß es in Kreisen der Bundesregierung. Es seien grundsätzliche Änderungen nötig, damit eine wirtschaftlich tragfähige Finanzierung herauskomme. Angeblich hat die KfW Zweifel angemeldet, ob Porsche angesichts der wegbrechenden Verkäufe überhaupt die Zinsen zahlen könne.

Käme es zu dem KfW-Kredit, hätte Porsche insgesamt Schulden über mehr als 12 Milliarden Euro zu bedienen. Unterdessen wird ein Drittel weniger Autos verkauft als vor einem Jahr. In diesem Jahr hat noch die Dividende auf VW-Aktien Geld in die Kasse gebracht, doch die dürfte im nächsten Jahr deutlich niedriger ausfallen.

Parallel zu den Kreditverhandlungen plant Porsche weiter eine Kapitalerhöhung. In Unternehmenskreisen heißt es, der KfW-Kredit sei zur Überbrückung gedacht, bis das frische Geld wahrscheinlich Anfang nächsten Jahres tatsächlich fließe. Die Verhandlungen mit dem Emirat Katar über einen Einstieg laufen noch, zuletzt wurde auch über einen Einstieg von Daimler bei Porsche spekuliert.

Allerdings ist nach wie vor völlig offen, wie künftig das Verhältnis von Porsche zu VW aussehen soll. Bisher wird vor allem über einen Einstieg Katars direkt bei der Porsche Automobil Holding SE spekuliert. Denkbar ist aber auch, dass ein Investor VW-Aktien übernimmt. Die dritte Variante ist ein Zusammenschluss von VW und Porsche, der dann einen weiteren Großaktionär bekäme. Bisher sollen sich nicht einmal die Porsche-Alteigentümer einig sein, welchen Weg sie gehen wollen.

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