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Wirtschaft Ernährungswirtschaft beklagt massiven Preisdruck
Mehr Welt Wirtschaft Ernährungswirtschaft beklagt massiven Preisdruck
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14:08 21.10.2009
Die starke Stellung großer Discounter, wie Aldi und Lidl beobachtet die Ernährungswirtschaft mit Argwohn.
Die starke Stellung großer Discounter, wie Aldi und Lidl beobachtet die Ernährungswirtschaft mit Argwohn. Quelle: ddp
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Verbraucher hätten Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke um 2,1 Prozent günstiger einkaufen können als vor einem Jahr, berichtete der Verband der Ernährungswirtschaft Niedersachsen (VdEW) am Mittwoch in Hannover.

Deutschland habe damit das niedrigste Preisniveau für Lebensmittel aller vergleichbaren Länder in Europa. Die Wirtschaftskrise habe die Branche allerdings weitgehend stabil überstanden. Sorgen bereite aber die anhaltende Konzentration im Handel und die starke Stellung großer Discounter, wie Aldi und Lidl.

„Der Preisverfall geht weiter“, sagte der VdEW-Vorsitzende Wolf Kropp-Büttner. Problematisch sei zudem der rückläufige Export, der bisher ein Wachstumstreiber für die Unternehmen gewesen sei. Nach Angaben des Verbandes erzielte die Branche bundesweit im ersten Halbjahr einen Umsatz von 73,1 Milliarden Euro, 3,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Exporte gingen um 6,1 Prozent zurück.

Kropp-Büttner warnte davor, die industrielle Produktion von Lebensmitteln zu verteufeln. Sie unterliege hohen Standards und die Lebensmittelsicherheit sei noch nie so groß wie heute gewesen. „Lästig“ nannte er es, dass die Branche in ein immer feineres Netz an Vorschriften verstrickt werde. „Der Versuch, durch Reglementierung Konsumenten schützen zu wollen, ist ein Irrweg“, sagte Kropp-Büttner.

Das gelte auch für die jüngsten Diskussionen um ein Ampelsystem zur Kennzeichnung von Lebensmitteln. Die bereits angewandte Zutatenliste auf der Verpackung sei wesentlich aussagefähiger. Der Verband setzte sich auch dafür ein, die Bevölkerung besser zu informieren. Das sollte schon in den Schulen anfangen.

Mit bundesweit 5.800 Betrieben und rund 530.000 Beschäftigten ist die Ernährungsindustrie nach Metall- und Elektroindustrie sowie der Chemischen Industrie die drittgrößte Branche in Deutschland. Im Verbandsgebiet Niedersachsen, Bremen und Sachsen-Anhalt vertritt der VdEW rund 250 Betriebe mit etwa 45 000 Beschäftigten. Das sei etwa jedes zweite Unternehmen.

lni