Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Wirtschaft Entscheidung über Notkredit für Versandhaus Quelle
Mehr Welt Wirtschaft Entscheidung über Notkredit für Versandhaus Quelle
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:46 28.06.2009
Quelle: Sebastian Willnow/ddp

Das war am Wochenende aus Regierungskreisen zu erfahren. Für den späten Montagnachmittag habe die Bundesregierung zudem den Quelle-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg zu einem Gespräch nach Berlin eingeladen, sagte Görgs Sprecher.

Inzwischen sei das zentrale Problem einer vom Bund geforderten Vorrangigkeit der staatlichen KfW-Bank gegenüber den anderen kreditgebenden Banken, den Förderbanken Bayerns und Sachsens, bei der Risikoabsicherung gelöst, hieß es weiter aus Regierungskreisen.

Unterdessen forderte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, die Bewilligung des Massekredits zur Chefsache zu machen. „Ich appelliere an die Bundesregierung, spätestens am Montag den Kredit zuzusagen, weil sonst die Arbeitsplätze bei Quelle akut gefährdet sind.“ Das Unternehmen steht seit rund drei Wochen vor leeren Konten.

Kurz vor dem Arcandor-Insolvenzantrag am 9. Juni seien alle flüssigen Mittel an den Mutterkonzern überwiesen worden, bestätigte ein Konzernsprecher einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstagausgabe). Der Sprecher des Insolvenzverwalters bezeichnete das Vorgehen als üblich. Das Geld werde „oben“ gesammelt und dann wieder dorthin verteilt, wo es gerade gebraucht werde.

Seehofer sieht dennoch eine Zukunft für das traditionsreiche Versandhaus. „Ich gehe von dem aus, was mir der Insolvenzverwalter versichert hat: dass Quelle eine Chance zum Weitermachen verdient hat. Natürlich muss jetzt ein Insolvenzplan aufgestellt und eine Restrukturierung vorgenommen werden.“

Zuvor hatte Seehofer den Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ noch heftig kritisiert. Das Blatt hatte geschrieben, aus Sicht der Bundesregierung sei Quelle in seiner heutigen Form nicht überlebensfähig. In Regierungskreisen heiße es übereinstimmend, dass das Versandhaus wahrscheinlich am Ende geordnet abgewickelt werden müsse. Das gelte selbst für den Fall, dass sich der Bund und das Land Bayern am Montag entschlössen, Quelle den beantragten Staatskredit zu gewähren.

Seehofer reagierte empört: „Da äußern sich Leute dazu, die weder eine Zahl noch ein Faktum kennen.“ Er wies die Darstellung, dass es ein Kabinettsmitglied in München gebe, das keine Zukunft für Quelle sehe, als falsch zurück. Er halte es für „unverantwortlich, anonym solche Gerüchte in die Welt zu setzen“.

Unterdessen wandte sich Neckermann-Chef Henning Koopmann gegen die Pläne, dem Konkurrenten Quelle staatliche Hilfen zu gewähren. „Ich finde es unfair, wenn Quelle vom Staat unterstützt wird“, sagte der Versandhausmanager und forderte, die Regierung solle nicht eingreifen. „Ein Staatskredit macht momentan vielleicht 8000 Arbeitsplätze bei Quelle sicherer, gleichzeitig macht er aber 72 000 Arbeitsplätze bei den anderen Versendern in Deutschland unsicherer.“

ddp

Mit Spannung erwarten Anleger und Geschädigte die für Montag angesetzte Verkündung des Strafmaßes gegen den US-Milliardenbetrüger Bernard Madoff.

28.06.2009

Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aufgefordert, die Rettung des angeschlagenen Versandhauses Quelle zur Chefsache zu machen.

28.06.2009

Im Übernahme-Machtkampf zwischen VW und Porsche hat Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff Berichte über ein Ultimatum des Landes und von VW an den Sportwagenbauer zurückgewiesen.

28.06.2009