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Wirtschaft Ende der Eiszeit bei Opel
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21:23 04.12.2009
Nick Reilly (rechts) und Klaus Franz kommen sich langsam näher. Quelle: ddp
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Den freiwilligen Lohneinschnitten in Höhe von 265 Millionen Euro hatte die Belegschaft zuvor nur für den Fall des dann geplatzten Verkaufs an Magna zugestimmt.

„Auch wenn General Motors uns jetzt nicht an dieses Konsortium verkauft hat, werden wir trotzdem unsere Arbeitnehmerbeiträge leisten“, sagte Opel-Betriebsratschef Klaus Franz gestern in Rüsselsheim. Die deutschen Beschäftigten sollen dazu 176,8 Millionen Euro beitragen. Franz und Reilly präsentierten sich vor mehr als 9000 Mitarbeitern während einer Betriebsversammlung im Stammwerk. Reilly habe zugesichert, dass es den zunächst geplanten Abbau von 548 Stellen im Rüsselsheimer Entwicklungszentrum nicht geben werde, berichtete Franz. Insgesamt stehen europaweit mehr als 8000 der etwa 48 000 Opel- und Vauxhall-Stellen auf der Streichliste.

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Auch in einem anderen entscheidenden Punkt ist die Gewrkschaft nach eigenen Angaben vorangekommen. Reilly sei auch mit einer Beteiligung der Mitarbeiter an einer Opel/Vauxhall-Aktiengesellschaft oder zumindest einer Gewinnbeteiligung einverstanden, sagte Franz. Verträge dafür lägen aber noch nicht vor. Auch sei zugesichert worden, dass Opel bald seine Autos weltweit vertreiben dürfe und nicht mehr anderen GM-Konzernmarken in attraktiven Märkten den Vortritt lassen müsse. Dabei geht es zum Beispiel um die USA und China.

Reilly versprach den Beschäftigten zudem, dass es „signifikante Investitionen für neue Produkte“ geben werde. Das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim bleibe auch weltweit „eine zentrale Schlüsselressource für GM“. Reilly habe den Mitarbeitern zugesichert, dass er sie offen und ehrlich über die Restrukturierung informieren werde, teilte das Unternehmen nach der Versammlung mit. Reilly erklärte, er bemühe sich weiter bei den europäischen Regierungen um Staatshilfen. „Ich weiß nicht, ob es 2,7 Milliarden Euro werden“, sagte er nach dem Treffen mit den Beschäftigten in Rüsselsheim. Der 59-Jährige, zunächst als Übergangskandidat angetreten, bleibt dauerhaft Chef des GM-Europageschäfts. Der neue Konzernchef Ed Whitacre in Detroit, der Anfang der Woche Fritz Henderson ersetzt hat, ernannte außerdem Mark Reuss zum neuen Verantwortlichen für das Nordamerika-Geschäft von General Motors.

von Martin Dowideit

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