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Wirtschaft Elektrogeräte sollen weniger verbrauchen
Mehr Welt Wirtschaft Elektrogeräte sollen weniger verbrauchen
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20:14 22.07.2009
Elektrogeräte sollen künftig weniger Strom verbrauchen. Quelle: ddp
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Diese Menge entspreche dem Verbrauch von Österreich und Schweden zusammen. Die neuen Vorschriften treten schrittweise ab Anfang 2010 in Kraft.

Jedes Fernsehgerät soll demnach vom 20. August 2010 an höchstens so viel Strom verbrauchen, wie heute der Durchschnitt benötigt. Ab April 2012 muss die Energieeffizienz um 20 Prozent über dem heutigen Durchschnitt liegen. Die Vorgaben für einzelne Modelle hängen von der Bildschirmgröße ab. Im Januar 2010 und im August 2011 sollen Vorgaben für den Verbrauch im Standby-Betrieb und bei ausgeschaltetem Gerät in Kraft treten.

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Für Kühl- und Gefrierkombinationen gelten neue Verbrauchsgrenzen ab Juli 2010, sie werden in den kommenden vier Jahren zweimal herabgesetzt. Dies führe dazu, dass Geräte der heutigen Energieklassen „B“ bis „G“ und zuletzt auch die Klasse „A“ vom Markt verschwänden, hieß es. Übrig blieben nur Geräte, deren Verbrauch heute mit dem Siegel „A+“ oder besser angegeben ist.

Auch Umwälzpumpen für Heizungen und Heißwasseranlagen müssen sparsamer arbeiten. Die Vorgaben würden „eine Marktverschiebung zu hocheffizienten intelligenten Umwälzpumpen herbeiführen, die ihre Leistung an den jeweiligen Bedarf der Heizungsanlage anpassen“, erklärte die EU-Kommission. Das mit 135 Terawattstunden pro Jahr größte Sparpotential bietet den Angaben zufolge die Verordnung über Elektromotoren, die die meisten der in der Industrie verwendeten Motoren betreffe, beispielsweise in Aufzügen. Dort fördere die Verordnung unter anderem den Einsatz von „drehzahlsteuerbaren Antrieben“. Sie ermöglichten, Motoren nicht ständig mit maximaler Leistung, sondern nach ihrem tatsächlichen Bedarf zu betreiben.

Energiekommissar Andris Piebalgs nannte die Vorgaben einen „Meilenstein bei der Verwirklichung unserer Ziele hinsichtlich Energieeffizienz, Klimawandel und Wirtschaftsaufschwung“. Die Umweltschutzorganisation BUND kritisierte allerdings in Berlin, dass die EU-Kommission keinen Ansatz gewählt habe, bei dem „das derzeit beste Gerät auf dem Markt den Standard für die nächsten Jahre setzt“. Allerdings seien die neuen Vorschriften „auf jeden Fall eine Verbesserung“, sagte BUND-Energieexperte Christian Noll.

Die jetzt verabschiedeten Vorgaben wurden vom Europaparlament und den Mitgliedsstaaten bereits gebilligt. Sie führen die „Ökodesign“-Richtlinie von 2005 aus. „Ökodesign“ bezeichnet die umweltgerechte Gestaltung von Produkten, wobei alle Wirkungen auf die Umwelt unter die Lupe genommen werden, angefangen bei der Herstellung über den Gebrauch bis zur Entsorgung. Bereits Anfang des Jahres wurden Vorschriften für Beleuchtungen angenommen. Danach müssen die klassischen Glühbirnen von September an aus den Läden verschwinden.

afp