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Wirtschaft Einzelhandel weist Schuld an niedrigen Milchpreisen zurück
Mehr Welt Wirtschaft Einzelhandel weist Schuld an niedrigen Milchpreisen zurück
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09:48 08.05.2009
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"Schuld an den niedrigen Preisen ist nicht etwa der Handel, sondern die Überproduktion seitens der Erzeuger", sagte der Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hubertus Pellengahr, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". In Deutschland seien "15 bis 18 Prozent zu viel Milch auf dem Markt", hob er hervor.

Pellengahr sagte, er habe zwar Verständnis für die missliche Lage der Landwirte. "Aber die Hilfe für Bauern kann nicht vom Verbraucher, sondern muss vom Steuerzahler kommen." Auch der Erhalt kleinbäuerlicher Betriebe etwa in Bergregionen, "also die Bewahrung von Kulturlandschaft ist aus Steuermitteln zu finanzieren, aber nicht über Milchpreise".

Der Präsident des Deutschen Bauernverbands (DBV), Gerd Sonnleitner, erneuerte hingegen seine Vorwürfe gegen die großen Supermarktketten: "Der Handel drückt die Molkereien gnadenlos an die Wand", sagte er der "NOZ". Bei den derzeitigen Preisen könne "nicht einmal der tüchtigste Milchbauer überleben". Der Handel trage eine Teilschuld an der derzeitigen Malaise der Landwirte, "weil die fünf großen Player den Markt rigoros zu einer Wettbewerbsschlacht untereinander ausnutzen".

Sonnleitner kritisierte auch das Verhalten des Einzelhandels beim Milchgipfel mit Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) vor gut zehn Tagen: "Auf die Forderungen der Bauern haben sie wie friedliche Lämmer reagiert, obwohl die jetzt vorgenommenen Preissenkungen sicher schon damals bekannt waren." Dies wies Pellengahr entschieden zurück. "Der Vorwurf entbehrt jeder Grundlage. Denn der Handel wird niemals mit Dritten über Preise sprechen - weder mit Bauernverband und Regierung noch untereinander." Preisabsprachen seien nicht möglich, jedes Unternehmen verhandele "in eigener Regie".

afp